Alea iacta est

Die Würfel sind gefallen. Lange habe ich sie in meiner Hand hin- und her gewogen und auf den richtigen Moment gewartet sie rollen zu lassen. In der letzten Woche ist dieser Augenblick eingetroffen und ich habe die Würfel gerollt, das Ergebnis in Fortunas Hände legend. Die Worte Julius Caesars treffen nur allzu gut auf das zu was sich in den letzten Wochen ereignet hat. In diesem Beitrag möchte ich euch von diesen Ereignissen berichten und davon, wohin ich als nächstes im Land der Elche und Bären reisen werde. Und natürlich gibt es auch wieder eine Menge Photos zu bestaunen. :)

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Vor etwa zweieinhalb Monaten habe ich mit Manuela telephoniert und noch am selben Tag habe ich bei Muktuk angefangen zu arbeiten. Wow, die Zeit ist ja sowas von schnell vergangen! Zweieinhalb Monate!! Die Tage und Wochen sind nur so dahin geflogen. Heute, am 15. April, war mein letzter Tag bei Muktuk – ich sitze gerade in einem Greyhound Bus auf dem Weg gen Süden. Wohin und warum gerade jetzt? Das werde ich im folgenden berichten. Am besten haltet ihr schon mal nach einem gemütlichen Platz und einem angenehmen heißen Getränk Ausschau – denn wenn ich mir meine Gedanken gerade so betrachte gibt es eine Menge zu erzählen. ;)

Der Frühling naht. Die Temperaturen steigen, der Schnee beginnt zu schmelzen. Interessanterweise hat dies nicht nur Auswirkungen auf die Zahl der Kleidungsschichten die man trägt (die ganz rapide abnimmt ;)) sondern auch auf den kompletten Tagesablauf bei Muktuk. Auffällig war sofort das in der letzten Zeit weniger Gäste kamen da die Winterzeit und das Yukon Quest vorbei waren. Zudem begann das Eis auf dem Fluss, auf den wir die Gäste in der Regel mit den Schlitten hinaus geleiteten, auch zu schmelzen. Somit wird also innerhalb der nächsten Tage den Schlitten- Ausflügen buchstäblich die Grundlage fehlen. Bald werden zudem die Straßen und der Boden ziemlich matschig sein und wie ich gehört habe ist das die dreckigste Zeit im Jahr und allgemein eher unangenehm. ;) Eines schönen Samstags hat Manuela uns alle damit überrascht das am Abend ein Staff Meeting stattfindet. Ich hatte schon ein paar Mal von jenen legendären Treffen gehört, wo sich angeblich alle Leute von Muktuk treffen, geheime Informationen austauschen und finstere Pläne schmieden. Das wir dann wirklich ein solches Treffen hatten war ebenso überraschend wie interessant. Es wurde viel organisiert und von diesem Tag an waren wir dann im * tamtata * Summer Schedule (= Sommer Zeitplan)! o_O Hui. Ach ja, Pläne haben wir latürnich auch geschmiedet. ;)

Summer Schedule. Diese beiden Wörter haben meine letzten Wochen bei Muktuk nochmal verbessert, auch wenn es am Anfang recht gewöhnungsbedürftig war. Der große Unterschied für mich war, dass jeder Volontär von nun an einen „inside day“ hatte und für die Mahlzeiten etc. zuständig war. Für Stijn und mich war das ein Geschenk. Wir konnten nun beide viel mehr mit den Hunden draußen zusammen arbeiten und Zeit verbringen. Einher mit dem Wechsel des Zeitplans ging auch das das Essen weniger üppig ausfiel als im Winter. Da im Sommer wesentlich weniger Gäste kommen haben wir angefangen zu sparen und ich muss gestehen das es eine große Umstellung für mich war – nach all dem sowohl inhaltlich als auch optisch bravourös Essen welches wir die letzten Monate genießen konnten (und, nicht zu vergessen, selbst zubereiteten!). Meine letzten zwei Wochen waren also durch und durch geprägt von den Huskys: Füttern, die Nägel und das Fell zwischen den Tatzen schneiden, bürsten etc.. Ich habe es sehr genossen! Wirklich sehr. Sehr, sehr sehr. :D Auch gab es immer noch Holz zu hacken und eine Menge Schnee zu schaufeln damit selbiger das hölzerne Fundament des Mainhouse nicht beschädigt wenn er schmilzt.

Aber der neue Zeitplan war nicht einzige was sich in dieser Zeit geändert hat: Viele von der alten Muktuk Crew sind im April – dem Ende der Saison – zurück nach Hause geflogen. Das hat die Atmosphäre ziemlich verändert und es war ein seltsames Gefühl das in so kurzer Zeit so viele Leute auf einmal weg waren. Als erstes ging Thomas, der Schweizer der das Yukon Quest 3oo erfolgreich beendete, dann Yusuke und schließlich Graham & Cara. Gleichzeitig kamen eine Woche lang (!) jeden Tag ein oder zwei neue Volontäre. Veränderungen durchdrangen die Luft. Nun bin auch ich weiter gereist und gegen Ende April werden nochmals mehrere Volontäre ihre Zeit bei Muktuk beenden. Ich möchte an dieser Stelle sagen, dass ich sehr erstaunt war wie schnell sich die neuen Volontäre an das Leben „out of the grid“ gewöhnt haben. Ein gutes und zuverlässiges Team!

Bei vielen Dingen gibt es einen bestimmten Zeitpunkt um etwas zu tun oder eine Entscheidung zu treffen. Ein Zeitpunkt bei dem es sich richtig anfühlt zu tun was man vor hat. Menschliche Zweifel können unter Umständen an einem nagen oder die Stimme der Realität flüstert einem was von „schwer möglich“ zu. Ignoriert die Stimme(n)! Wenn man diesen Moment versäumt stellt sich unter Umständen recht schnell ein Gefühl der inneren Unruhe ein. Man genießt das was man tut vielleicht nicht mehr so wie vorher.

Dieser Zeitpunkt des Wandels bei Muktuk war genau richtig um sich wieder dem Horizont zuzuwenden. Und so tat ich eben dies. Alea iacta est.

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Wenn ich jetzt aus dem Fenster des Greyhound blicke so sehe ich augenblicklich nichts als die tiefe Schwärze der Nacht. Wieder lausche ich dem mystischen Sound von Neil Young aus dem Film Dead Man. Der Bus ist unterwegs gen Süden, ich erwähnte es bereits. In Anbetracht der Tatsache wie weit nördlich ich mich befand ist das allerdings nicht weiter verwunderlich. ;) Um konkreter zu werden: Ich habe meinen Blick auf ein kleines Dorf ,umgeben von den majestätischen Gipfeln der Rocky Mountains, gerichtet. Und es ist nicht Jasper. Banff!

Der laut Lonely Planet recht kleine Ort ist im Herzen des Banff National Park gelegen, welcher den Großteil der südlichen Rocky Mountains umfasst. Nach dem was ich gehört habe sind dort im Sommer eine Menge Touristen unterwegs und auch sonst soll Banff ziemlich genau das sein, was man sich unter einem kleinen Touristendorf vorstellt. An sich mag ich gerade solche Orte überhaupt nicht, es stellt sich also die Frage warum ich dann gerade dort hin reise. Nun, ich glaube inmitten dieses Dorfes einen großartigen Platz gefunden zu haben, der sich sowohl zum arbeiten als auch zum lernen außerordentlich gut eignet:

Das Banff Centre [Link] ist ein international bekannter Ort an dem sich Künstler aus aller Welt treffen um gemeinsam ihre Ideen zu verwirklichen und an Projekten zu arbeiten. Außerdem dient es als Konferenzcenter mit einem imposanten Bergpanorama im Hintergrund. „Inspiring Creativity“ ist das Motto des Banff Centre und was ich darüber bisher in Erfahrung bringen konnte hört sich schlichtweg wundervoll an! Laura, eine Volontärin aus Wales mit einem köstlichen Sinn für Humor (und einer tollen Stimme und Talent im Zeichnen UND schauspielerischen Fähigkeiten!) bevor sie nach Muktuk kam dort gearbeitet. Sie hat mir davon erzählt und viele ihrer Sätze riefen bei mir dieses „Ich will da hin!“ – Gefühl aus. Als sie mir dann erzählte das das Banff Centre praktisch immer Leute sucht machte ich in Gedanken Freudensprünge (hm, vielleicht hüpfte ich auch im Raum ein paar Mal herum^^). Mit Lauras Hilfe habe ich dann ein Resumé und einen Cover Letter erstellt und mich beim Banff Centre als Food & Beverage Server beworben. Ich fand den Job des Kellners und Servierers schon immer sehr interessant und ich wollte es immer mal ausprobieren. Ich hoffe sehr das ich den Job im Banff Centre bekomme! Laura, thank you so much! Wie das ganze ablief war teils sehr lustig: Ich habe Laura erzählt das ich gerne als Server arbeiten wollte, im Banff Center war aber zu dieser Zeit keine Stelle in diesem Bereich offen. Dann habe ich mich entschlossen eine andere Stelle zu wählen – Programm Worker. Doch dann dachte ich kurz bevor ich mich final für diesen Job online bewerben wollte: „Check doch vorher noch mal die Website, vielleicht hat sich ja was getan.“ Und tatsächlich! Jetzt bin ich mir ganz sicher – ich habe definitiv Freudensprünge gemacht als ich sah das das Banff Center Food & Beverage Server sucht. Und gleich drei an der Zahl. Das war ein herrlicher Tag!

Wenn man im Banff Centre arbeitet kommt man in den Genuss von vielen Vorteilen: Man bekommt ein kleines preiswertes Apartment auf dem Campus, Gratiskarten und Vergünstigungen zu Theater, Musical- und Filmveranstaltungen! Das an sich ist schon toll! Zusätzlich kann man sehr günstig das dortige Sportcenter nutzen, wo man unter anderem auch Schwimmen und klettern kann. Okay, eine Kletterwand braucht man denke ich nur zum üben….inmitten der Rocky Mountains. ;) Soooo, der größte Vorteil kommt aber erst noch. Das Banff Centre bietet jedes Jahr eine Vielzahl von Workshops in verschiedenen Bereichen an: Film, Camera, First Aid, Computer, Project Management etc.. Und Staff darf daran meistens kostenlos teilnehmen! :D

Ich denke es ist jetzt ziemlich offensichtlich warum ich gerne dort arbeiten möchte. :) So habe ich also beschlossen mich nach Banff zu begeben, denn es ist immer von Vorteil wenn man schon vor Ort ist. Ich fühle wieder dieses Kribbeln im Bauch – die Aufregung des Reisens, mein Blick schweift neugierig über den Horizont. Was sich wohl dahinter verbergen mag? Wieder wird mir klar wie gigantisch das Land ist und wie wenige Menschen hier im Verhältnis zu Europa leben. Nehmen wir zum Beispiel Nunavut im Nord- Osten Canadas, die Provinz des ewigen Eises: Es ist größer als Mexiko und gleichzeitig leben dort weniger Menschen als in Lichtenstein. In Zahlen: Auf 2 093 190 km² kommen 29 474 Einwohner. Und es hat sage und staune 21 (!) Kilometer asphaltierte Straße! Ja, Canada ist gewaltig und ich glaube das man diese Größe erst dann richtig erahnen kann wenn man hier ist. Obwohl…..nein, selbst hier kann man sie nicht vollkommen erfassen. Ich liebe die Tatsache das man in Canada wenn man will wochenlang durch die Wildnis wandern kann ohne auf eine einzige Menschenseele zu treffen!

Ein magisches Land.

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Der Abschied von Muktuk war gar nicht so einfach. Es ist mir in den zweieinhalb Monaten zu einem zweiten zu Hause geworden. Die netten Menschen, die Gesellschaft, die Hütten, das abendliche Feuer im Kamin. Ich habe mich dort sehr sehr wohlgefühlt! Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein das ich einige der Leute dort getroffen habe. :D An die ganze Crew von Muktuk: Ein ganz großes DANKE an euch alle für die schöne, einzigartige Zeit die wir gemeinsam hatten! / To the whole Muktuk Crew: THANK YOU very much for the awesome and fabulous time we spent together!

Am Abend vor meiner Abreise haben wir uns in unserem Cabin getroffen und ein bisschen gefeiert. Und da habe ich ein so unheimlich gut passendes Abschiedsgeschenk bekommen: Ein Rezept- Buch!!! Aber kein gewöhnliches Rezept- Buch, nein nein. Jeder einzelne von der Crew hat ein Rezept mit Grüssen und Kontaktdaten herein geschrieben – und das ganze mit so viel Humor, so vielen Witzen, das mir vor Lachen die Tränen herunter gekullert sind. Ein wunderbares Geschenk – und Photos von meinem Lieblingshund Belle in einer Muktuk- Kochschürze sind auch eingeklebt! :D Ich habe beschlossen das Buch jedem den ich auf meiner Reise treffe und mit dem ich in Kontakt bleiben möchte in die Hand zu drücken. „Schreib rein was du willst – aber ein Rezept muss rein.“ * zwinker * Schon jetzt ist das mein Lieblingskochbuch. :D Und ja Michi, ich mache dir eine Pizza der besonderen Art. XD

Hach es sind so viele tolle Dinge bei Muktuk geschehen! Wir hatten hier z.B. das Muktuk Filmfestival, bei dem jeder von uns einen kurzen Film gedreht hat. Mit Hilfe der sehr einfach zu bedienenden Mac Software iMovie war es auch jedem möglich selbige zu bearbeiten. Des Weiteren habe ich ein bisschen Nähen gelernt da eine Jeans ein Loch am Knie hatte und eine weitere kaum noch als Jeans zu bezeichnen war. Ich mag meine selbst geflickte Hose jetzt noch mehr als vorher, sieht cool aus. ^^ Und, bevor ich es vergesse, wir haben alle individuelle Muktuk- Kapuzenpullis! Auf einem Ärmel steht jeweils der Name des Lieblingshundes der entsprechenden Person, auf dem anderen Ärmel jeweils etwas was an ein lustiges Erlebnis bei Muktuk erinnert. Das war ein großer Spaß, als wir alle jeweils die Pullis der anderen neugierig in Augenschein benommen haben. :) Von diesen netten Momenten und Augenblicken gab es zahlreiche, zu viele um sie hier anklingen zu lassen.

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Die Entscheidung nach Banff zu gehen war nicht die einzige die ich in den letzten Wochen getroffen habe. Mir ist aufgefallen, dass ich jedes mal wenn ich den Lonely Planet aufschlage neue spannende Orte finde, die es zu erkunden und zu erleben lohnt! Mit anderen Worten: Acht Monate, das ist viel zu kurz. ;) Somit habe ich beschlossen die Gültigkeit meines Visas voll zu nutzen und ein ganzes Jahr in Canada zu bleiben! * Freudensprung macht *. Es ist gibt sooooooooooo viel zu sehen!!! Das Work & Holiday Visum kann man für Canada nur einmal im Leben bekommen – da will ich es auch komplett nutzen. ;) Mit Freude blicke ich in die Zukunft. Alea iacta est.

Liebe Grüsse an euch alle die ihr das lest! Bis zum nächsten Blog- Bericht werdet ihr sicher keinen Monat warten müssen. ^^

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Galerie

Die Photos sind recht wild gemischt. Weitere Bilder, vor allem von den Huskys, kommen mit dem nächsten Beitrag. :)

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Bäume, Holz, Schnee, Eis und Berge

Seid gergüsst!

Die Zeit ist gekommen, in der ich euch jene Sportart näher bringen möchte, derer sich Muktuk Adventures verschrieben hat und die sich so sehr von allen anderen Arten des Sports unterscheidet: Mushing, oder auch Hundeschlitten- Fahren. Es ist schon erstaunlich das das Englische in einem Wort umschreibt, wofür man im Deutschen einen ganzen Satz braucht. Ein deutliches Zeichen dafür wie umständlich das Deutsche und wie einfach das Englische ist. Ja, ich mag Englisch mit jedem Tag mehr und mehr. :) Eines vorweg zum Mushing: Es ist ein großer Spaß!

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Am sechsten Tage des Monats Februar, meinem zweiten freien Tag, stand ich das erste Mal auf einem Hundeschlitten. Und wie mir Mirco zustimmen wird ist es ein großartiges Gefühl wenn man hinten auf einem Schlitten steht und vor einem eine Gruppe Huskies nur so darauf brennt das man die Halteleine löst und es endlich los geht! Lies saß vor mir in dem Schlitten und hat mir alles erklärt was ich für meine erste Tour mit den Huskies wissen muss. Das ist freilich nicht sehr viel – die Grundzüge des Hundeschlitten- Fahrens (doofes Wort, bleiben wir bei Mushing) sind an sich sehr simpel. Bis man mit dem Schlitten richtig gut umgehen kann dauert es hingegen ziemlich lange. Erfahrung ist der Grundstein auf dem das Mushing aufbaut. Es ist ein Sport, den man nicht mal eben so nebenbei machen kann. Die Musher, die auch bei den Rennen mitmachen, sind rundauf mit ihren Hunden beschäftigt. So wie es aussieht haben sie nur wenig Zeit für anderes. Es ist also weniger ein Hobby als vielmehr ein Lebensweg und für manche auch eine Berufung.

Die professionellen Musher fahren oft mit bis zu 12 Hunden – Anfänger haben natürlich etwas weniger. So starte ich mit sieben Hunden, was für einen ersten Trip aber schon recht viel ist (viele fangen mit fünf oder sechs Hunden an). Als Lies mir die Hunde vorstellte mit denen wir hinaus auf den Takhini River rauschten musste ich erst einmal grinsen. An vorderster Front lief unter anderem ein Husky namens „Terror“…ein laut Lies völlig unzutreffender Name. Ich war mir da ja nicht ganz so sicher – Terror ist ein großer, schwarzer Husky. Tatsächlich hat er zu Beginn seinem Name alle Ehre gemacht, sodass Lies seine Position kurzerhand mit der eines jungen, enthusiastischen Huskies mit dem Namen Kwanlin tauschte. Als er nicht mehr an der Leadposition lief, lief Terror wie das gesamte Team super. :) Beim Mushing bilden die Hunde mitnichten alleine sondern zusammen mit dem Musher das Team. Ohne die Hunde ist der Musher in dem Schlitten aufgeschmissen und ohne ihn kommen die Hund genauso wenig voran. Man ist aufeinander angewiesen, agiert gemeinsam und gibt aufeinander Acht.

Die Positionen der Hunde haben bestimmte Namen und es ist erstaunlicherweise nicht zwangsweise vonnöten das sie paarweise laufen. Die beiden Hunde direkt am Schlitten werden „Wheeldogs“, die führenden „Leaddogs“ genannt. Direkt hinter den Leaddogs sind die „Swingdogs“ und alles zwischen Swingdosg und Wheeldogs ist das „Team“. Wenn ihr euch weiter unten die Photos anschaut so werdet ihr sehen, dass bei mir das Team nur aus einem Hund bestand. Wenn man mit fünf oder sechs Hunden läuft hat man überhaupt kein Team. Ich hatte bis ich bei Muktuk angefangen habe zu arbeiten niemals damit gerechnet jemals auf einem Hundeschlitten zu stehen. Mein erster Run war eine eindrucksvolle und sehr schöne Erfahrung! Huskies lieben es im Rudel zu laufen und man sieht ihnen auch an das sie Spaß dabei haben! Kurz bevor die Schlitten starten bellen und ziehen sie und manche springen sogar (bis zu geschätzten eineinhalb Metern!) in die Luft. Besonders letzteres zeigt wie ich finde die große Vorfreude die die Hunde auf das Laufen haben. Das ist etwas was mir beim Hundeschlitten- Fahren, *ähm* Mushing, sehr gut gefällt: Man weiß und spürt das man die Tiere zu nichts zwingt. Sie wollen rennen, sich austoben und fühlen sich in der Gemeinschaft richtig wohl. Sie sind glücklich wenn sie laufen und einen guten Musher haben. Noch während mein Team laut gebellt hat und im Yard es ziemlich laut wurde (denn die anderen Huskies wollen ja auch alle mit) hat mir Lies erklärt wie man startet. Auch nach zweifacher Wiederholung war ich mir nicht ganz sicher was sie meinte. Ich wollte gerade noch einmal nachfragen da ging es auch schon los. Die essenziellen Teile habe ich dann irgendwie (fragt mich nicht wie) automatisch gemacht. Haltetau lösen, auf der Bremse stehen bleiben (da die Huskies ziemlich schnell starten) und ganz laut und oft „Let’s go!!!“ rufen. Schwuuuuuuuuusch. Mein Dogteam war richtig klasse und es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht (habe ich schon erwähnt das es großartig war? XD)! Mein Team bei meinem ersten Run bestand aus folgenden Dogs:

Lead: Belle || Kwanlin
Swing: Natascha || Terror
Team: Rudi
Wheel: Oreo || Blizzard

Mittlerweile bin ich weitere zwei Male auf den Takhini River rausgefahren – einmal ganz alleine im Schlitten und gestern mit Stijn zusammen im Schlitten. Bei den letzten beiden Touren hat es stark geschneit (jipphea!), was den an sich sehr einfachen Pfad auf dem Fluss etwas schwerer zugänglich gemacht hat.

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Ich fühle mich hier bei Muktuk Adventures richtig wohl und bin froh, meinen Weg hierhin gefunden zu haben. Die letzten Wochen ist es nicht mehr ganz so busy wie vorher und so haben wir vom Staff auch ein bisschen mehr Zeit zusammen etwas zu unternehmen. So waren wir ein paar Mal im Canadian Game Center (welches ganz untypisch für Whitehorse gewaltig groß ist – mit Eishalle, Schwimmbad, Fitness Center und vielem mehr) schwimmen und auch öfters abends in der Stadt. Vor kurzem zum Beispiel in einer Karaoke Bar, wo ich mit einem unserer Gäste zusammen „We are the Champions“ von Queen gegrö….äh gesungen habe. Jeder dieser Ausflüge ist für uns sehr willkommen, denn wir leben schließlich out of the grid, fernab der Zivilisation. ;) Muktuk ist ein guter Ort mit vielen sehr netten Menschen. Für mich bricht dennoch nun die Zeit an in der ich mich frage, wohin ich als nächstes reisen werde. Meine genauen Gedanken lasse ich hier ungeäussert, nur soviel: Ende März/ Mitte April werde ich meinen Schlafsack einpacken, mein Zelt abbrechen, meinen Blick gen Horizont wenden und weiter ziehen.

Der Sonne entgegen. Den Vögeln lauschend. Unter freiem Himmel.

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Galerie

Endlich auch mehr Photos von mir selbst. :)

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Polarlichter

Die Ureinwohner Canadas sahen und sehen in den Nordlichtern die über ihnen schwebenden Seelen ihrer verstorbenen Ahnen. Um die mystischen Lichter, die den Himmel zum Leben erwecken, ranken sich zahlreiche Legenden und Geschichten. Endlich, endlich habe auch ich die von Sagen umwobenen Lichter gesehen! In dem Moment als sich der nächtliche Himmel in ein hellgrün leuchtendes Kleid hüllte ging ein Traum für mich in Erfüllung.

Aurora Borealis – der Anblick der Nordlichter hat etwas in mir bewegt. Die Pracht, die Farben und der mystische Zauber der von den Nordlichtern ausgeht offenbart einem…….was? – Etwas das in Worte zu fassen den schöpferischen Geist übersteigt.

Ich habe die Nordlichter zwei Mal sehen können. Als ich in Whitehorse war bin ich des Nachts auf gut Glück auf einen nahen bestimmten Hügel gestiegen und habe dort auf die Lichter gewartet. Ohne Erfolg. Kaum bei Muktuk angekommen habe ich an meinem zweiten Abend (28. Jänner 2oo9) hier meine ersten Nordlichter gesehen – schwach und kaum merklich färbte sich der Horizont leicht grün und begann dann nach einer Weile in einem etwas stärkerem Grün zu schimmern und zu leuchten. Ein wunderbares Erlebnis, wenn auch die Lichter weit entfernt waren und ich nur wenig sah. ABER ich sah etwas! Einige Tage später dann entfalteten die Nordlichter erneut ihre Pracht – und diesmal waren sie so überwältigend das ich mit stockendem Atem und großen Augen unter dem grünen Himmel stand. Die folgenden Zeilen erzählen von diesem fantastischen Abend.

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Am 13. Feburar war mir nach einem recht anstrengenden Arbeitstage noch nach einem Spaziergang zumute – ich wollte alleine etwas die nächtliche Natur genießen. So ging ich dann Musik hörend (nicht gerade klassisch für einen ‚ruhigen‘ Spaziergang ;)) und mit ausgeschalteteder Stirnlampe – denn ich liebe es von allen anderen unbemerkt in der Nacht umherzustreifen – die Pfade entlang. Der Weg führte mich zum Zeltplatz von Muktuk von wo aus man einen wunderbaren Blick auf den Takhini River hat. Verträumt schaute ich zu den Sternen auf. In diesem Augenblick begann ich zu begreifen warum vor langer Zeit das Wort „Himmelszelt“ entstanden ist. Ich sah mehr Sterne als je zuvor in meinem Leben und dort wo Orions Gürtel sonst dreifach leuchtet ist selbiger nun umgeben von unzählbaren unterschiedlich stark leuchtenden Himmelskörpern. Ich sah mich um, der Himmel wölbte sich um mich, den Zeltplatz, Yukon, Canada, um die ganze Welt! Ein Himmelszelt auf dem Zeltplatze. Es war einfach unglaublich (wirklich kaum – zu – glauben wie das Wort umschreibt)! Die Erde ist von einem Himmelszelt umgeben. Verträumt wanderte ich weiter.

Wenn ich jetzt darüber nachdenke ist es lustig, wie lange ich tatsächlich nicht gemerkt habe was oben am Himmel vor sich ging. Alles um mich herum genießend, das Knistern der Schuhe im Schnee (welches ich nur hörte wenn das Lied wechselte), das allein- herumwandern, der Sternenhimmel und die nächtlichen Silhouetten der Bäume am Wegesrand. Niemals hätte ich gedacht an diesem Abend Polarlichter zu sehen! Irgendwann dann, nachdem einige Zeit vergangen war und meine Hütte nicht mehr fern war, fiel mir auf, dass der Horizont ein ganz klein wenig grün war. Ein solches leichtes Schimmern hatte ich des abends schon ein, zweimal gesehen – die Nordlichter, welche weit entfernt vorüberzogen, sich dem Blicke entziehend. Doch diesmal sollte es anders sein als bisher!

Als ich an meiner Hütte ankam wurde das Licht ein wenig stärker. Nicht viel, lediglich ein wenig. Ich wartete ein paar Minuten. Ich glaube es waren ein paar mehr als ich zu dem Zeitpunkt annahm und dann wurde das Licht binnen weniger Augenblicke (!) heller und heller! Die Polarlichter kamen in diese Richtung! Südosten über Whitehorse hinweg! Ich genoss das Schauspiel einige Momente und dachte dann an Stijn, der sich schon schlafen gelegt hatte. Wir hatten beide schon einmal Nordlichter verpasst als wir im Bett lagen und uns beide sehr darüber geärgert. Auf die Gefahr hin einen Teil der Auroras zu verpassen rannte ich so schnell ich konnte (!) zu meiner Hütte und holte alle raus die sich in selbiger befanden. Erstaunlich wie schnell man sich anziehen kann wenn der Ruf „Moving Auroras outside!!!“ durch die Hütte schallt.

Wir waren nicht die einzigen draußen und die Polarlichter zogen nun in voller Pracht über uns hinweg. Sie bewegten sich und leuchteten in einem geisterhaften, fabelhaften Grün. Zauberhaft!

Die Auroras nahmen einen ganzen Teil des Himmels ein und auch wenn meine Kamera über ein gutes Weitwinkelobjektiv verfügt konnte sie nur einen Teil der Nordlichter einfangen. Doch auch wenn man die Bilder sieht, das Leuchten in der Wirklichkeit kann keine noch so gute Kamera wiedergeben. Auch bleibt einem das Gefühl, was die Menschen empfinden wenn sie die Nordlichter sehen, beim Betrachten eines Bildes verborgen.

An euch alle die ihr das lest: Wenn ihr in Canada oder Skandinavien seid so begebt euch auf die Suche! Auf die Suche nach den Aurora Borealis, den Polarlichtern – ihr Anblick wird etwas in euch bewegen und euch spüren lassen, wie wunderbar und erhaben die Natur ist.

Wenn ihr euch die Photos anschaut so möchte ich jeden der Lesenden bitten folgendes zu tun: Schaut euch die Bilder an, schließt die Augen und versucht euch die Nordlichter lebhaft vorzustellen, wie sie über euch schweben und alles in ein grünes Licht tauchen. Wenn ihr sie vor euch seht, spielt dieses Lied ab. Beachtenswert sind neben den Melodien auch die Songtexte, die man rechts ablesen kann.

Genießt den Augenblick!

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Galerie

Die Photos der Polarlichter konnten Dank eines ausgeliehenen Stativs entstehen. Vielen Dank dafür, Thomas! // Belichtungszeit: 60 sec

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Muktuk Adventures

So nennt sich der Ort wo ich nun mit viel Freude seit etwa drei Wochen arbeite. In diesen drei Wochen habe ich viele wunderschöne Augenblicke erlebt, so viel gesehen und gehört – Träume sind in Erfüllung gegangen. Mit Muktuk Adventures [Link] habe ich einen Platz gefunden wo die Menschen die Natur wertschätzen und sich dementsprechend verhalten. Dieser Bericht war schon zur Hälfte fertig, da startete im nahen Whitehorse das berühmte Yukon Quest [Link] – das härteste Hundeschlittenrennen auf der Welt! Jedes Jahr aufs neue kämpfen sich zahlreiche Teams von Whitehorse im Yukon nach Fairbanks in Alaska. Dabei wechselt der Startpunkt zwischen den beiden Städten jedes Jahr. Die Route führt Hunde wie Musher auf 1ooo Meilen (~16oo Kilometer) durch die raue Wildnis des Nordens. Auch wenn Frank Turner dieses Jahr selbst nicht daran teilnimmt so schmeißt Muktuk natürlich auch einen Musher ins Rennen. ;) Thomas, ein netter Schweizer, mit dem ich neben Yusuke und Stijn in einer Hütte wohne wird dieses Jahr im Yukon Quest 3oo starten. Das ist ein Qualifikationsrennen für das Yukon Quest und geht – wie der Name schon vermuten lässt – über 3oo Meilen. Aufgrund dieser Rennen besuchen viele Menschen aus aller Welt Whitehorse und auch Muktuk Adventures in diesen Tagen. Denn wir haben hier ein paar Stellen mit einem beeindruckenden Blick auf den Fluss wo die Rennteilnehmer vorbeikommen. Und ein Gespräch mit Frank ist für viele Freunde des Hundeschlittensports natürlich auch sehr interessant. Ich habe übrigens noch einmal nachgefragt – Frank selbst hat sage und schreibe 24 Mal am Yukon Quest teilgenommen!

Als ich mich auf nach Kanada machte war genau solch ein Ort an dem ich mich jetzt befinde das beste was ich mir als Job vorstellen konnte. Mit Huskies zusammen arbeiten! Traumhaft. Ich habe gefunden wonach ich gesucht habe und bin sehr glücklich darüber. Das Leben hier ist geprägt von den Hunden, der Arbeit und vor allem den Menschen die hier verweilen. Nicht ohne Stolz sage ich das ich ein Teil des Teams von Muktuk (einige Photos der Crew könnt ihr euch unter hier anschauen) bin. Die Zusammenarbeit im Team empfinde ich als äußerst angenehm. Die Leute sind alle sehr sehr (ein drittes „sehr“ wäre angebracht aber spätestens jetzt wisst ihr wie sehr ;)) nett und freundlich. Ich fühle mich in ihrer Mitte sehr wohl. Um euch einen Eindruck der Menschen zu geben mit denen ich hier zusammenarbeite möchte ich euch hiermit das Team von Muktuk vorstellen:

Stijn, der Koch (Belgien) ist nicht nur mein Hüttengenosse sondern auch derjenige der jeden Tag aufs neue schmackhafte Gerichte hervorzaubert. Er hat fünf Jahre lang auf einer Koch- Schule studiert und versteht sein Werk wirklich ausgesprochen gut. Aus für jeden Umstehenden offensichtlichen Gründen habe ich die Küche in der ich ihm beim Kochen und Geschirrspülen zur Hand gehe „the kitchen of humor“ getauft. :)

Yusuke, der Schweigsame (Japan) will selbst eines Tages am Yukon Quest teilnehmen und trainiert dafür sehr viel. Er redet ebenso wenig und wie er hart arbeitet. Noch nie habe ich in einem Menschen einen so ursprünglichen Willen gesehen zu tun was es zu tun gilt, egal wie. Wir leben in der gleichen Hütte.

Thomas vom Berg (Schweiz) nimmt wie schon erwähnt am Quest 3oo teil. Er entspricht denke ich recht genau einem Bild das man von einem Menschen vom Gebirge hat. Vom Beruf ist er Schreiner (oder Tischler?). Auch er wohnt in der gleichen Hütte.

Kathrina, die Zigeunerin (Republik von Tschechien) hat einen interessanten Stil der mir sehr gefällt. Warum ich sie als Zigeunerin umschreibe soll an dieser Stelle unerwähnt bleiben. Es ist in jedem Fall als positives Attribut zu verstehen. Kat guided bei Muktuk.

Manuela, die Managerin (Deutschland) die so gar nicht wie eine Managerin wirkt. Sie kommt aus dem Schwarzwald (aus der Nähe von Freiburg XD) und ist das Staff- Oberhaupt. Das merkt man aber kaum – sie ist ebenso ein Teil des Teams wie jeder andere.

Edward, der Brite (Großbritannien) kommt zwar aus England aber aus Northumbria das heute Northumberland heisst. Daher klingt er für mich eher schottisch was mir sehr sympathisch ist. Er hilft beim organisieren der einzelnen Touren und hat viel Humor (britischen, versteht sich ;)).

Lies, die Hundeliebhaberin (Belgien) guided ebenfalls bei Muktuk und ist in der Arbeit mit Huskies sehr erfahren. Ihr gehören sogar selbst zwei der Huskies im Yard, die sie als sie das letzte Mal hier war geschenkt bekommen hat. Einer der Hunde ist schwarz, der andere weiß – Quandlin und Blizzard. Wir alle lieben Hunde bei Muktuk aber ich glaube Lies hat ihr ganzes Leben lang schon mit ihnen zusammen gearbeitet.

Graham, der Superguide (Kanada) leitet viele der Touren bei Muktuk. Er hat sehr viel Erfahrung im Begleiten von Gruppen, versteht sich auf Erste Hilfe und ist ein sehr lustiger Typ. Er hat so eine Art Guiding studiert und ist die ganze Saison über hier.

Cara, die Allrounderin (Kanada) hilft ebenso wie ich mal hier mal dort. Sie arbeitet also drinnen und draußen. Auch holt sie die Gäste vom Flughafen ab und macht das Essen wenn Stijn seinen freien Tag hat.

Eine wild zusammen gewürfelte Truppe und ein großartiges Team! Es macht viel Spaß mit all diesen Menschen zusammenzuarbeiten! Wir sind irgendwie wie eine große Familie.

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Ich arbeite bei Muktuk als ein Volontär – das bedeutet das ich nicht im klassischen Sinne für meine Arbeit bezahlt werde. Ich wohne hier in einer kleinen netten Hütte die latürnich über keine Elektrizität verfügt und mit einem Ofen beheizt wird. Atmosphärisch. Das (vorzügliche) Essen ist selbstverfreilich auch umsonst und man hat hier alles was man braucht. Wir leben „out of the grid“, was bedeutet das wir sozusagen außerhalb der Gesellschaft leben. Der Strom im Haus wird entweder durch einen Diesel betriebenen Generator erzeugt oder kommt von unseren Solar- Panels. Wann der Generator aufgeladen, an und aus geschaltet werden muss ist gar nicht so einfach und man braucht eine Weile bis man sich daran gewöhnt. Jeder kann zwei Mal in der Woche duschen und einmal in der Woche Wäsche waschen. Was sich zunächst wenig anhört ist vollkommen ausreichend. Das Duschen gewinnt gewissermaßen sogar an Wert. * Lies geht grinsend durchs Haus * – „Hi, today is your shower day?“ „Yes!“ Auch recyceln wir so ziemlich alles. Bei allem was wir tun sind wir darauf bedacht möglichst wenig Ressorcen zu verbrauchen und mit der Natur zu leben. :)

„Ja und was arbeitest du da?“ wird sich so mancher fragen.

Hier die Antwort: Mein Arbeitsbereich ist ziemlich vielfältig. Manche Tätigkeiten machen mir natürlich mehr Spaß als andere. Um euch einen Einblick in mein Leben hier zu geben habe ich mir gedacht ich schildere euch einen typischen Tag bei Muktuk Adventures, so wie er für mich aussieht. Vorweg sei noch erwähnt, dass ich zwar eigentlich für den Indoor Bereich eingestellt worden bin, aber oft auch im Outdoor- Bereich mit aushelfe. Und das freut mich bei den hiesigen Witterungsbedingungen sehr. :) Gerade schaue ich aus dem Fenster und sehe wie es wieder schneit und der weiße Schnee der Landschaft wieder ihren Frieden zurück gibt.

So, hier ein typischer Tag bei Muktuk:

7.3o: Nach einem wohligen Schlummer (welcher nur gewährleistet ist wenn wir unsere Hütte am Tag vorher einheizen) träumerisches Erwachen. Schnell angezogen, Stirnlampe auf, Zähne putzen und dann raus in die Kälte. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn gerade morgens wenn die Sonne noch nicht am Himmel steht ist es hier echt kalt! Der Marsch von der Hütte zum Haupthaus erfrischt und ersetzt somit in ihrer Wirkung die kalte Dusche am Morgen.

8.oo: Stijn ist in der Regel schon vor mir in der Küche und bereitet das Frühstück vor. Für mich gilt es jetzt den Papiermüll – inklusive den von den Toiletten – zu verbrennen. Und das ist nun wirklich etwas seltsames. Ich meine an sich ist es nicht so toll die Badezimmer zu putzen und das benutzte Klopapier zu entsorgen. Aber irgendwie sieht die Sache ein wenig anders aus wenn man draußen in der Kälte in einer Tonne am frühen Morgen ein Feuer entzündet. Das ist es … anders.

8.3o: Frühstück. Von Cornflakes über Brot, Tee und Dosen- Orangensaft ist alles dabei was man für ein gutes Frühstück braucht. Nicht zu vergessen das selbst gemachte Granola welches mir so mundet das ich mir das Rezept notiert habe. Ab und zu macht Frank selbst Bacon and Eggs (Speck und Spiegeleier) – und glaubt mir danach seid ihr bereit selbst für einen ganzen Tag voller Holz hacken! Am Sonntag gibt es Pancakes (so eine Art kleine Pfannkuchen) mit viiiiiiiel Maple Sirup. Der Ahornsirup schmeckt echt lecker – sehr empfehlenswert. :)

9.oo: Jetzt beginnt die richtige Arbeit. In der Regel räume ich mit Stijn das Geschirr weg, wasche ab, etc.. Bis zum Mittag putze ich dann meistens im Haus, Staubsaugen, Mobben, Bad putzen, aufräumen im allgemeinen. Hin und wieder schauen ein paar Gäste vorbei, die hier ein Teil des Ganzen sind und nicht wie in Hotels außen vor stehen. Staff und Gäste stehen sich hier sehr viel näher. Natürlich sind sie immer noch die ersten die sich vom Organgensaft nehmen dürfen. ;)

11.oo: Stijn und ich beginnen mit den Vorbereitungen für das Mittagessen. Das besteht meistens aus Nudeln oder Suppe, dazu Brot und Kleinigkeiten. Jeder hier weiß das zum 12.oo Uhr herum etwas zum Essen bereit steht und Staff wie Gäste (von denen am Tag aber die allermeisten unterwegs sind) schaut dann bei uns in der Küche vorbei.

12.3o: Nach dem Mittagessen gibt es meistens recht viel abzuwaschen. Stijn widmet sich jetzt in der Regel seiner Lieblingsbeschäftigung: Backen. Ihr glaubt ja gar nicht wie viel Kekse und Kuchen 25 Leute essen können! Auch wenn ich den Eindruck habe, dass der Staff seine Leidenschaft hier ganz besonders auslebt. ;) Ich helfe in der Küche und meistens gibt es dann für mich einen Job außerhalb des Mainhouse. Denn! Es gibt da etwas was ich von Herzen gerne tue und was hier oben in diesen schneereichen Hügeln und Wäldern von großem Vorteil ist: Schneeschaufeln! So bin ich sozusagen immer dort wo Schnee geschaufelt werden muss. Egal ob vereiste Treppen, eingeschneite Anhänger oder ganze Zeltplätze! Rabanus ist da. :D Schneeschaufeln ist erfreulicherweise nicht das einzige was ich draußen mache. Man kann mich hier denke ich als so eine Art Instant Helper bezeichnen – also immer dort wo gerade noch Hilfe gebraucht wird werde ich dann dazu geholt. Ich glaube Manuela hat nicht überhört das ich gerne draußen arbeite. ;) An manchen Tagen gibt es draußen mehr, manchmal weniger zu tun. Je nach dem ist der Nachmittag hin und wieder auch geprägt von vielen Wechseln zwischen drinnen und draußen. Gerade jetzt in der Zeit des Yukon Quest helfe ich öfters mal draußen aus und arbeite dann auch bei den Hunden. Das beste ist wenn man draußen inmitten des Schnees unter scheinender Sonne Holz hackt während plötzlich die ganzen Huskies im Yard anfangen zu heulen. :D Holz- hacken mache ich sogar noch lieber als Schneeschaufeln.

17.oo: Spätestens jetzt stoße ich wieder zu Stijn. Er ist dann schon voll dabei das Abendessen vorzubereiten, was für so viele Leute einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Dort gibt es dann immer etwas zu tun – von Salatschneiden über Tisch decken und Säfte vorbereiten.

19.oo: Abendessen. Hier bei Muktuk habe ich gestern zum ersten Mal von Bison und Elk (wohlgemerkt nicht Elch sondern eine Art Hirsch) gekostet. Stijn und ich bekommen viel Lob für das Essen – dann macht das Arbeiten gleich doppelt so viel Spaß. Zu besonderen Anlässen servieren wir auch Wein.

20.oo: Eigentlich war es bei Muktuk immer üblich das diejenigen die gekocht haben nicht abwaschen und abräumen müssen. Stijn hat das geändert; für ihn gehört das alles mit zum Kochen dazu. Manchmal helfen uns die anderen aber auch. ;) Die letzten Tage hatten wir sehr viele Gäste am Abend – über 30 – und waren erst gegen 22.oo Uhr mit der Küche fertig. Danach schläft man gut.^^

21.oo: Nachdem die Küche fertig ist wird oft noch geplaudert, gelesen, man schaut sich einen Film auf dem überdemensionalen Riesenfernseher an (dessen Modernität so gar nicht zum Rest des Hauses passen will) oder macht sonst was einem Spaß macht. Oft ist man auch viel zu müde um dergleichen zu tun und geht möglichst bald schlafen. Durch die Dunkelheit geht es zurück zur Hütte, hoffend das jemand – so man nicht es nicht selbst getan – am Nachmittag ein Feuer entzündet hat. Oft nehmen wir auch Hunde mit in die Hütten und sie dürfen auch in unseren Betten schlafen. Besonders wenn es kalt ist die Wärme des Fells der Huskies sehr angenehm. :)

Und somit endet ein wunderbarer Tag bei Muktuk Adventures und schon in ein paar Stunden beginnt ein neuer aufregender Tag mit neuen Gästen und Geschehnissen. So schließe ich nun mit diesem Bericht und hoffe das ihr zusammen mit den Photos einen guten Eindruck davon bekommt wo ich gerade bin und was ich mache.

Ihr könnt euch schon freuen auf einige weitere kleine Berichte in naher Zukunft über Ereignisse die einen eigenen Blogeintrag verdient haben. Geleitet werden sie von einigen Photos mit beeindruckenden Motiven. Bis dahin! :)
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Raues Land im Hohen Norden

Auf dieser Reise gibt es viel zu sehen und zu erleben. Meine fünf (sechs?) Sinne erfreuen sich an den kaum zusammen zufassenden Eindrücken. Insofern verbringe ich natürlich verhältnismäßig wenig Zeit damit Beiträge für den Blog zu schreiben – ja und so kommt es das die Kommentare an Aktualität die Beiträge überholen. ;) An sich hatte ich vor in einem Eintrag noch ein bisschen von meiner Zeit in Vancouver zu erzählen und dann im nächsten auf meinen neuen Aufenthaltsort einzugehen. Nun denn! Hier gibt es jetzt beides in einem!

Insgesamt habe ich in Vancouver etwas mehr als eine Woche verbracht. Ich habe mir die Stadt angesehen, mit Kanadiern gesprochen und heiße belgische Schokolade in Cafés genossen. Je länger ich dort verweilte desto öfter begannen sich meine Gedanken um die Fragen „Wo reise ich als nächstes hin?“ und „Wie finde ich jetzt einen Job?“ zu drehen. Schnell ist mir klar geworden, dass ich nicht mehr lange in Vancouver bleiben und dementsprechend hier auch keinen Job suchen würde. Die Stadt ist toll, keine Frage, aber es ist dennoch – wie ich schon einmal erwähnt habe – nicht die richtige Jahreszeit. Der Sommer soll hier wesentlich schöner sein und die Menschen und somit auch die Stadt leben dann richtig auf. Da ich zudem nur acht bis zwölf Monate zur Verfügung habe, wollte ich den Winter nicht in Vancouver verbringen wo der Winter eher nebelig und regnerisch ist. Auch wenn ich bisher kaum Regen gesehen habe, dafür umso mehr Nebel. Schnee! Mehr Schnee! Mehr Gleißendes Weiß! Natürlich könnte ich in Vancouver bleiben und oft auf die Berge hinauf fahren, aber das ist nicht das gleiche wie ein ganzer schneebedeckter Landstrich. Einige Zufälle und Gespräche brachten mich zu einem Ort dessen Name schon auf seine Lage hindeutet….

Whitehorse. Die Hauptstadt des Yukon liegt weit hoch im rauen Norden Kanadas in der Nähe von Alaska. „In der Nähe“ nach kanadischen Verhältnissen – also immer noch recht weit. ;) Es wird kalt, seht kalt und dort liegt Schnee, viel Schnee! Von einem Kanadier, der gerade aus Whitehorse kam, habe ich dann von einem kleinen heimeligen Hostel dort erfahren. Hinzu kam, dass es dort oben im Winter viele Jobs gibt, da viele Einheimische in dieser Zeit in den warmen Süden ziehen.

Dann entsann ich mich wieder eines alten Traumes, der immer noch bis jetzt fortlebt. Die Aurora Borealis, die Nordlichter! Von Whitehorse aus kann man sie sehen und voller Begeisterung fasste ich also den Entschluss in den Hohen Norden zu ziehen! Und vielleicht treffe ich dort oben auch einen derjenigen die ich suche – einen Stammesangehörigen der First Nation, der Ureinwohner von Nordamerika. Heya dem Wind entgegen!

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Erst ein, zwei Tage zuvor ist Mirco auch nach Whitehorse geflogen um von dort aus seine Husky Tour zu starten. Die andere Möglichkeit so weit in den Norden zu gelangen ist mit den Greyhounds zu fahren. Das Reisen mit dem Greyhound soll an sich schon ein Erlebnis sein. Und jetzt nachdem ich nahezu zwei Tage in einem solchen verbracht habe kann ich dem nur zustimmen! 26oo Kilometer, über Gebirge, durch Wälder, dem Verlauf von Flüssen folgend und schließlich auf den legendären einsamen Alaska Highway! Auf der Fahrt habe ich neben einem Flussotter und einem riesenhaften Uhu auch meine ersten kanadischen Elche (Moose, ey!) gesehen!!! Der Bus musste sich die Fahrbahn mit einer Herde (!) Bisons teilen und immer wenn der Busfahrer fast stoppte wusste man: „Ah, ein Reh oder ein Karibu ist auf der Strecke.“ Kanadische Bergziegen begutachteten uns skeptisch im Vorbeifahren. Viele Tiere hat man nur schemenhaft gesehen, da es früh dunkel wurde und wir auch viel in der Nacht gefahren sind. Auf der Fahrt habe ich Guillaume kennen gelernt, einen leicht abgefreakten und netten Franzosen der ebenfalls nach Whitehorse und in dasselbe Hostel wie ich wollte. Aber nicht nur mit ihm habe ich gesprochen – natürlich (wie könnte es auch anders sein ;)) gab es wieder interessante Gespräche mit Kanadiern. Diesmal war der Anlass meine Lumix FZ 28; einer der Fahrer war selbst Photograph und so kam man dann ins Gespräch. Kurz darauf waren wir zu dritt und ich unterhielt mich mit einer jungen Frau aus Edmonton. Und noch etwas später hielt ich dann eine email- Adresse in Händen mit dem Angebot verbunden sie zu besuchen wenn ich mal nach Edmonton komme. Anstatt vieler Worte stellt euch mein Grinsen vor. :D Die Reise war also sehr schön, aber dennoch auch anstrengend. Erwähnenswert sind noch die typischen abgelegenen Raststätten an den Highways wie man sie aus amerikanischen Filmen kennt. Sie kamen mir vor wie die letzten Außenposten der Zivilisation in diesem kalten und rauen Land. Nach zwei Tagen im Bus waren wir dann endlich da. Jetzt hieß es zunächst einmal warten – das Youth Hostel machte erst um 8 Uhr morgens auf und wir waren schon um halb 4 Uhr nachts da. So habe ich dann Tim kennen gelernt. Tim verkauft recht miese heiße Schokolade und mäßigen heißen Café. Da war ich aus Vancouver aber anderes gewohnt! Also Tim Burton war nicht gut. Dafür aber der Rest von Whitehorse. Ein kleines Städtchen von etwa 23.ooo Einwohnern im Sommer das man in einer guten halben Stunde durchschritten hat. Guillaume und mir kam am Morgen der Marsch durch den hohen Schnee bei -35 C° mit unseren normalen Klamotten die wir auf der Busfahrt trugen ziemlich lang vor. Nachdem wir uns durch die Kälte durchgekämpft hatten waren wir dann am Ziel.
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Uuuuuund hier kommt sie! Hi Nancy – Hi Bus Bunnies! o_O Bus…Bunnies? Ja so nennt Nancy, die überaus freundliche, nette und liebenswerte Hostel- Verwalterin die Leute, die per Greyhound in Whitehorse ankommen und die dann in der Regel extrem früh vor ihrer Tür stehen. Also auch uns. XD Das Youth Hostel hört auf den Namen „The Beez Kneez Bakpakers“ und bekommt von mir alles nur verfügbares Lob das man einem Hostel geben kann!! Ich habe leider nicht so viele Photos gemacht wie ich geplant hatte, doch die wenigen dürften schon erahnen lassen WIE GEMÜTLICH es dort war! Man nehme ein gemütlich eingerichtetes, sauberes Haus, nehme ein paar nette Leute die darin leben, füge einen witzigen Namen hinzu und schon hat man Beez Kneez! Grandioses, man fühlt sie wie zu Hause. Und tatsächlich wohnt Nancy auch selbst in einem mehr oder weniger separaten Bereich des Gebäudes – die Räume sind von einer positiven, hellen Lebendigkeit erfüllt. Und wenn jemand etwas probieren möchte was an Unmöglichkeit grenzt, der versuche alle Bienen im Hostel zu zählen. Die Küche ist nahezu tapeziert mit Dankes- Postkarten und jede Biene (egal ob Stofftier, gebastelt oder gezeichnet etc.) ist ein Geschenk an das Hostel! Ich habe die Zeit im Beez Kneez sehr genossen und ich möchte es jedem wärmstes ans Herz legen dort zu übernachten wenn man mal in Whitehorse ist.

Die Stadt selbst ist nicht sonderlich spektakulär. Vergebens versuchten Guillaume und ich eines nachts die Nordlichter zu sehen. Ich bin aber denke ich noch lange genug im Yukon um sie zu sehen. Ein Highlight waren die von mir und Guillaume selbst gemachten Poutine [Link], eine der ganz wenigen kanadischen Spezialitäten, welche ursprünglich aus dem Osten des Landes kommt. Die Basis besteht aus fränzösischen Pommes mit einer speziellen Bratensoße und Käse. Man kann noch alles mögliche dazu geben, in unserem Fall Hackfleisch. Es schmeckte mindestens so gut wie es eklig aussah. ;)

In den Beez Kneez konnte ich nur bis zu einer Woche bleiben. Ich musste mich also sehr beeilen einen Job zu finden. In der Tat gab es in Whitehorse viele Jobs aber nichts sagte mir wirklich zu. Irgendwie wollte ich immer noch probieren auf eine Husky Farm zu kommen. Davon gibt es hier einige, allerdings haben nicht alle davon freie Stellen. Hinzu kam erschwerend, dass ich nicht zu einer deutschen Farm wollte, da ich hier schließlich auch mein Englisch verbessern möchte. Ich habe mich bei einer Farm gemeldet und hätte dort für eine Woche arbeiten können, was mir aber zu kurz war. Auf Nancys Tipp hin habe ich dann es dann einfach mal bei Muktuk Adventures [Link]
probiert, der größten Husky Farm hier. „Probiert“ bedeutet in diesem Fall, dass ich ihnen schlichterweise nur eine email geschickt habe, die sich auf „Hallo, ich bin Rabanus Mitterecker, mache gerade Work und Travel und wollte schon immer mal was mit Huskys machen – habt ihr einen Job für mich?“ reduzieren lässt. Und Whuja! Sie hatten tatsächlich einen Job frei! Erst danach habe ich im Internet ihre Anzeige gesehen. ;) Der Job umfasst Tätigkeiten in der Küche ebenso wie Putzen und den Gästen behilflich sein. Grob gesagt also alles im Haus – man hat man mir aber auch gesagt das ich draußen mit den Hunden arbeiten kann wenn wieder etwas ruhiger wird. Am 14. Feburar startet hier in Whitehorse das größte Schlittenhundenrennen, das Yukon Quest, und alle Musher haben dann hier sehr viel zu tun. Nach ein paar emails kam ich dann ganz schön ins Schwitzen – ich musste ein englisches Resumé (= Lebenslauf) schreiben. Das war gar nicht so einfach. Ich war unglaublich nervös als es dann am nächsten Tag hieß „Muktuk hat für dich angerufen.“. Ich habe mich gedanklich schon auf ein Telephon- Interview vorbereitet und mir sogar Stichpunkte für Antworten aufgeschrieben. Gott war ich nervös.^^ Mit ein bisschen Stolz schreibe ich hier das ich mich gegen etwa 3o Mitbewerber aka Konkurrenten durchgesetzt habe. Einer meiner großen Vorteile war wohl das ich schon in Whitehorse war und nicht erst anreisen musste. Und ich denke das auch die Erwähnung meiner Arbeit in Griechenland bei einer Umweltgruppe sehr hilfreich war. :)

So sitze ich hier auf einem Sofa inmitten eines großen Holzhauses. Wenn ich vor die Tür gehe dann blinken 127 Augenpaare in der Dunkelheit auf. Frank Turner, der bei allen (!) bis auf einem Yukon Quest- Rennen dabei war seit dieses gegründet wurde ist ein extrem netter Kerl. Er erinnert mich total an Gimli – er hat den Bart, das Lächeln, die Nase und die Größe. Und das ist durch und durch liebenswert gemeint. :) Die Leute hier mit denen ich zusammen arbeite sind auch sehr nett und die Umgebung traumhaft. An die Kälte in der kleinen Hütte in der ich schlafe muss ich mich aber wohl erst noch gewöhnen. ;) Ich weiss nicht wie lange ich hier bei Muktuk bleibe – vielleicht zwei bis drei Monate. Und in dieser Zeit werde ich wohl auch etwas über Hundeschlitten und vor allem die Huskys lernen. Und hoffentlich werde ich auch einmal mit einem Schlitten fahren. :D Also noch einmal an alle: Ich habe meinen ersten Job in Kanada gefunden! Und er entspricht ziemlich genau dem was ich machen wollte als ich hier hin flog!

Hui, der Beitrag ist wieder sehr lang geworden. Ich möchte euch noch für eure netten Kommentare danken. Also: Danke. :) Ich werde demnächst wohl eher weniger schreiben, da ich hier recht beschäftigt bin. Insofern:

Jiiiiiiiiha! (Kampfschrei der Musher^^)

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Galerie

Hier noch ein paar Photos aus Vancouver und einige Impressionen von Whitehorse. :)

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