Road to the East

Vor mir liegt der geheimnissvolle Pfad des Lebens. Der Weg ist Hinweis auf Orte, die in Ferne und Zukunft vor dem Reisenden liegen. Eine Straße. Sie schreitet fort und fort. Mit jedem Schritt den ich auf dieser Straße voran schreite verändert sich mein Leben auf wundersame Weise. Erfahrungen zieren sie; Wegkreuzungen eröffnen neue Möglichkeiten. Der Asphalt leuchtet im warmen Licht der aufgehenden Sonne. Ein neuer Tag erwacht und mit ihm der Geist des Reisenden, des Lernenden und Erkundenden. Berge wachsen riesenhaft aus dem Horizont; die Hänge leuchten im frischen Grün der Bäume. Ein kühlender Wind weht von Osten her. Hinter der Bergkette liegt das Ungewisse. Noch ungesehen, unbetrachtet. Der Wind bringt Kunde von den hinter den Bergen liegenden Geheimnissen und Erfahrungen. Ich schultere meinen Rucksack, streiche mein langes Haar aus dem Gesicht und mache mich freudigen Schrittes auf . Der Sonne entgegen. Dem Unbekannten entgegen. Der Straße des Lebens folgend. Wohin wird sie führen?

Ich werde es heraus finden!

Der Rabe breitet seine Schwingen aus und fliegt mit dem Wind in neue Gebiete. Ländereien, die bisher nur ein Punkt, ein Name, auf der Landkarte waren werden gefüllt mit Bildern, Gerüchen und Menschen.  Farben fließen über Wiese, Berg und Tal. Landstriche werden zum Leben erweckt und Geschichten entstehen aus Gedanken.

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In diesem Bericht werde ich von den vergangenen zwei Monden erzählen, welche so farbenreich und vielfältig waren wie die Blätter der Herbstbäume, die die Hügel säumen. Sie sind voll von phantastischen Ereignissen und Momenten. In diesen zwei Monaten habe ich einige ganz besondere Augenblicke erlebt, die für mich persönlich einzigartig waren, sind und immer sein werden. Dieser Beitrag ist in mehrere Abschnitte eingeteilt, welche von Orten und Erlebnissen berichten, die von der Mannigfaltigkeit und Schönheit des Lebens zeugen. Zwischen jeder der folgenden Zeilen liegt so viel mehr als das Lesbare; Erzählungen, Anekdoten und Erinnerungen an besondere Menschen, Orte und Momente. Wenn ihr mehr über diese kleinen, oftmals verborgenen, Schätze meiner Reise erfahren möchtet wird es mir eine Freude sein euch bei einem Tee (Kakao, Kaffee, Met, Wein) davon zu berichten.

Und Augen glänzen.

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Auftakt einer großen Tour – Banff, AB

Ich stand an der Bushaltestelle von Banff. Es regnete und donnerte. Durch den Regenvorhang blickte ich zu Mount Rundle, den ich auf eigenartige Art und Weise vermissen werde. Ich atmete tief ein. Ja, das war sie – die herrlich frische Luft die der Regen mit sich brachte. Ich schloss meine Augen und nahm innerlich Abschied von diesem Ort, der für vier Monate mein zu Hause war. Ein wenig später ertönte ein Dröhnen von der Straße her und ich sah den Greyhound herandonnern. Die Reise begann…

…mit einer stürmischen Umarmung! Da kam ein Bärtiger aus dem Bus gerannt und warf sich in meine Arme. Michael, mein guter Freund aus Münster! Herzliche Worte der Begrüßung wurden gesprochen und im Bus standen die Zungen mehrere Stunden lang nicht still. Wir hatten schon vor einiger Zeit beschlossen gemeinsam eine Tour zu unternehmen und nach mehreren Wochen der Planung war nun endlich der Moment gekommen. Ursprünglich hatten wir einen Road Trip durch Kanada geplant was sich dann allerdings als zu teuer herausstellte. Somit hatte ich eine kleine (für kanadische Verhältnisse) und überaus feine Route ausgearbeitet, die uns zu einigen sehr schönen Orten führen sollte. Das besondere an dieser Route war, dass die erste Hälfte recht akkurat geplant war, die zweite jedoch komplett offen stand und uns somit den Raum für alles Mögliche und vor allem Unmögliche gab. Also, auf geht’s!

Gastronomische und cineastische Verführung – Vancouver, BC

Der Greyhound brachte uns über Nacht nach Vancouver und die Stadt stellte den Beginn unserer kleinen großen Tour dar. Wir wussten, das wir lediglich einen Tag in der Stadt verbringen würden und hatten uns somit einige kleine Leckerbissen heraus gesucht, die wir uns näher anschauen wollten. Leckerbissen wortwörtlich, denn am frühen Abend besuchten wir das ‚Nu‘, ein Restaurant, welches im Lonely Planet wärmstens emfpohlen wurde und von dem Michael in seinem Blog [Link] bereits reichlich geschwärmt hatte. Das Nu – der Name hat es mir sehr angetan – lag am Hafen von Vancouver und man konnte eine sehr schöne Aussicht auf Granville Island genießen. Das Restaurant bot eine feine Küche und war spezialisiert auf alles was aus dem Meer kam. Sowohl das Ambiente als auch die Kleidung der Bedienung sowie die extravagante Weinkarte ließen mich zunächst vermuten dass es sich hierbei um ein Fine- Dining- Restaurant handelte. Tatsächlich kann man das Nu als ein höherklassiges Restaurant bezeichnen, knapp unter Fine Dining. Als Vorspeise bestellten wir ein vorzügliches Brot, welches mit Salz und Butter serviert wurde. Köstlich! Als Hauptgang bestellte ich einen Tomatensalat. Moment…Tomatensalat? Als Hauptspeise?! Japp. Und, wow, das nenne ich einen Tomatensalat! Auch wenn der Teller nur mit wenigen Tomaten – in rot und gelb – gefüllt war, waren sie mit Oliven und Mandeln garniert; eine wohlschmeckende würzige Sauce machte den Salat vollends zu einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis. Dieser Salat war ein echter Genuss für den Gaumen. Mir wurde klar warum in Fine- Dining- Restaurants nur kleine Mengen gereicht werden. Zu dem Salat hatte ich mir noch eine einzelne Auster bestellt, da ich noch nie eine solche probiert hatte und dieses Restaurant mir als guter Platz schien um eine solche zu kosten. In einem Wort: Salzig. In zwei: Zu salzig. Wie ich mir bereits gedacht hatte bin ich kein Muschel- und Austerfan. Nun habe ich Gewissheit. ;) Wir schlossen unser königliches Mahl mit einer Schockoladeneiscreme ab, die so cremig und schockoladig war, dass sie wörtlich auf der Zunge zerfloss. Alle Gerichte waren wirklich hervorragend und hochzufrieden machten Michael und ich uns auf zu dem zweiten Leckerbissen, den wir uns für diesen Abend heraus gesucht hatten…

Unser Weg führte uns zum Cinémathèque [Link]. Dieses außer-gewöhnliche Lichtspielhaus findet seinen Ursprung in Frankreich und hat es sich zur Aufgabe gemacht alte (Kunst)Filme zu bewahren und zur Diskussion über alte wie moderne Werke anzuregen. Die Cinémathèques bieten auch eine Vielzahl von Movie Workshops an. Zudem kann man hin und wieder nach der Vorführung mit einigen Schauspielern oder dem Regisseur des gesehenen Filmes sprechen. Ein Ort für Independent Movies und solche, die ungewöhnliche Wege beschreiten. Mit anderen Worten: Ein Ort der mein Interesse regte. Gewöhnlicherweise werden nur ein oder zwei Filme pro Abend gezeigt. Michael und ich wussten nicht was an diesem Abend laufen würde und so waren wir sehr überrascht als wir dann in ‚The Girlfriend Experience‘ landeten. Hier die Beschreibung von der offiziellen Website des Cinémathèque: “Adult film star Sasha Grey stars in this scintillating drama where everyone is selling — and for sale.“ Ein Film mit einem Porn- Star in der Hauptrolle über die ausgefallene Geschäftsidee einer Edel- Prostituierten. Independent Movie, seeehr ausgefallen.

„Hey look! It’s a Three- Headed- Monkey!“ – Seattle, WA

In der amerikanischen Metropole Seattle, nahe der kanadischen Grenze, erwartete Michael und mich eine Veranstaltung, auf die wir beide uns schon seit Wochen freuten: Die Penny Arcade Expo 2oo9, eine der größten Gameconventions Amerikas. Lautes Treiben, Menschenmassen und haufenweise Nintendo DS‘ in den Händen der Besucher. Mich trieb ein ganz besonderer Grund an diesen Ort, oder besser gesagt eine besondere Person: Ron Gilbert. Yay! :D Mit seiner Schöpfung The Secret of Monkey Island hat er mich und tausende (!) treuer Fans sehr glücklich gemacht. Ihr könnt euch das in etwa so vorstellen als wenn ihr die Chance erhaltet eurem Lieblingsautor einen Besuch abzustatten. Monkey Island, die berühmte Adventure- Computerspielserie, gehört für mich persönlich zu den Spielen der besonderen Art. Nicht der Mutimedia- Stumpfsinn der größtenteils für die Massen produziert wird. Monkey Island ist die Art von Spiel, die euch mit seinem Humor und einfallsreichen wie liebevoll gestalteten Charakteren wirklich berührt. Die Geschichten, die in den einzelnen Teilen der Serie erzählt werden, sind unvergleichlich. Eine phantastische Story über Piraten, Affen, Liebe und natürlich, Guybrush Threepwood (die Hauptfigur des Spiels , Mighty Pirate™ )! Monkey Island ist eine Legende. Ron Gilbert, der Vater der Spieleserie, hielt die Eröffnungsrede auf die ich schon sehr gespannt war.

PAX war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Es gab eine Menge geekiges zu sehen und auszuprobieren. Ich dachte das Ron Gilberts Keynote der Höhepunkt für mich sein würde; und ich täuschte mich. Ein Ereignis, welches für viele nichts besonders sein würde, machte den Tag noch großartiger. Was dort geschah kam mit einem so großen innerlichen Affen-Freudentaumel-Jubel-Das-Ist-Einfach-Unglaublich-Großartig mit sich, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Brisajhfjumadu! Ich traf Dominic Armato, den Sprecher von Guybrush Threepwood!! Wir haben ein bisschen miteinander geplaudert und dann hat jemand sogar ein Photo von uns beiden gemacht!!! In diesem Augenblick schwebte ich glaube ich auf einer puren Wolke des Glücks (eine der stylischen Monkey Island Wolken, von Bill Tiller gezeichnet). Monkey Island, Ron Gilbert, Dominic Armato und die ganze Crew sind einfach toll!

Neben PAX habe ich mir in Seattle auch die Space Needle angeschaut und wir haben meinen neuen Daunen- Schlafsack bei dem kleinen Unternehmen ‚Feathered Friends‘ abgeholt. Ein netter kleiner Laden. Michael und ich hatten eine Menge Spaß in Seattle! :)

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Mystische Insel der Baumriesen und Felsenküsten – Vancouver Island, BC

Zwei Tage nachdem wir Seattle erreicht hatten verließen wir die Stadt wieder, diesmal per Schiff. Wir befanden uns auf dem Weg zu einer Insel auf der wir die nächsten Wochen verbringen würden: Vancouver Island, dem felsigen Paradies an der Westküste Nordamerikas. Wie ein großes Mysterium erhob sich die Insel aus dem dichten Nebel. Tiefe, unberührte Regenwälder erstreckten sich über das Eiland, uralte Baumriesen ragten weit in den Himmel hinaus. Mächtige Wellen donnerten gegen die Felsklippen und abgelegene Berge erhoben sich im Zentrum.

Michael und ich waren etwa eine Woche in der Hauptstadt der Provinz, Victoria. Wir wurden von sonnigem Wetter begrüßt. Schon beim ersten wandern durch Gassen und Straßen war mir Victoria wesentlich sympathischer als das nahe und bekanntere Vancouver. Victoria gibt sich – ganz wie der Name vermuten lässt – viktorianisch. Immer wieder fühlte ich mich in eine idlyllische Kolonialstadt vergangener Zeiten versetzt wie man sie nur im British Empire finden konnte. Rote Doppeldeckerbusse schaukelten gemütlich Passagiere von einem Ende des Hafens zum anderen, wohl gepflegte Gärten wohin man blickte. Im Zentrum der (an sich eher kleinen) Stadt erhob sich das beeindruckende Parlamentsgebäude sowie das nicht minder schön anzusehende Empress Fairmont Hotel. Doch diese Pracht war nicht was mir so gut gefiel. Es waren die kleinen Gassen, die zum Erkunden einluden; kleine, nette Coffee- Shops schmiegten sich an zahlreiche Boutiquen. Straßenmusikanten erfüllten die belebten Straßen mit Musik. Und Science Fiction Fans erwartete hier eine Begegnung der besonderen Art (siehe Photos). Im Hafen landeten und starteten Wasserflugzeuge, die mir sehr gut gefielen. Vom Wasser in die Lüfte, sehr cool! Die Studenten der örtlichen Universität brachten eine Menge Leben in die bis dato eher etwas angestaubte Stadt.

Beim umherstreifen stoßen Michael und ich nicht nur auf einen Buchladen mit verblüffender Architektur sondern fanden auch einen Comic Shop mit einigen bemerkenswerten Werken. Sehr beeindruckt waren wir zudem von dem British Columbia Royal Museum, welches dem Besucher in interessanter Form die Geschichte BCs, vom Mesozoikum über das Kolonialzeitalter bis hin zur frühen Moderne näher bringt. Besonders gefiel uns beiden der Teil der sich mit den First Nations beschäftigte. Ich interessierte mich schon seit längerer Zeit für die Kultur der Ureinwohner Nordamerikas, insbesondere der Nootka (Nuu– chah– nulth) von der Westküste Vancouver Islands. Sehr spannend. Zusätzlich zu der permanenten Ausstellung des Museums besuchte ich noch eine Gastaustellung in der Schätze aus aller Welt gezeigt wurden. Zur Verfügung gestellt vom British Museum zu London wurden Stücke aus Ägypten, Zentralafrika, dem Mittleren Osten, China, Japan, Neuseeland, etc. gezeigt. Ich stieg von einem Staunen in das nächste über und einige Gegenstände haben mich so fasziniert dass ich mich tatsächlich Minuten lang nicht einen Zentimeter bewegte. Gedanken und Bilder wurden entfesselt.

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Während wir in Victoria verweilten diskutierten Michael und ich darüber wo wir als nächstes hin gehen wollten. Wir entschieden uns für das bekannte Tofino, welches international für seine Wellen – und seine Surfszene – bekannt ist. Wir kalkulierten ein bisschen herum und machten uns dann auf. Zur Busstation? Zum Autoverleih? Nein, zum Stadtrand! Dort angekommen ließen wir uns am Rand des Highway 1 nieder und hielten ein Stück Pappe den kommenden Fahrzeugen entgegen. “TOFINO“ stand darauf in großen Lettern geschrieben. Wir waren beide wie zuvor berichtet schon einige Male hitchhking; allerdings über kurze oder sehr kurze Distanz. Die 300 km Entfernung zwischen Victoria und Tofino waren etwas komplett Neues für uns. Michael und ich wussten das, falls uns niemand mitnehmen würde, wir mitunter unsere Zelte spontan an einem Ort des Zufalls aufschlagen mussten. Doch, heya, wir sind in Canada! :) Zudem könnte man Vancouver Island auch Hippie Island nennen und Weed ist vermutlich die am meisten kultivierte Pflanze. VW Busse – von ramponiert mit Peace Zeichen bis hin zu komplett aufpoliert – sind uns schon in Victoria in großer Zahl aufgefallen. Hier würde es sicher nicht schwer sein zu Hitchhiken. Und tatsächlich! Nach kurzer Zeit hielt ein VW Bus (yay! :D) an und wir waren auf und davon. Hier bekamen wir von einem erfahrenen Hitchhiker nützliche Tips zur „Kunst des per- Anhalter- Fahrens“. Sehr praktisch. Es war der erste Ride von fünf. Auf unserem Weg nach Tofino wurden wir unter anderem von einer in einem roten Cabrio heran rauschenden alten Lady auf ein Eis (es war ein heißer Tag) und eine kleine Kanu- Tour eingeladen. Ein tolles Erlebnis! Mit unseren beiden großen Rucksäcken passten wir kaum in das Automobil. Auf unserer Reise begegneten wir nur einem Typen, der merkwürdig war. Wir waren allerdings nicht lange mit ihm unterwegs und Michael und ich fanden ihn eher seltsam als gefährlich. Am frühen Abend erreichten wir Nanaimo und lange Zeit hielt kein Auto an. Wir hatten uns schon mit dem Gedanken die Nacht in der Nähe zu verbringen (mehr oder weniger) angefreundet , als kurz vor Einbruch der Dunkelheit ein Wagen mit großer Geschwindigkeit heranbrauste, vorbeibrauste…..und anhielt?! Wenige Minuten später waren wir auf dem Weg zur nächsten Stadt. Extrem laute Rockmusik und das Quietschen der Reifen begleitete uns auf einer der rasantesten und wohl eine der schnellsten Fahrten die ich je erlebt habe durch die Dunkelheit. Durch die Fenster betrachteten wir die Sonne, die in rot- lilanem Licht im nahen Ozean versank.

Der Abend war schon weit voran geschritten als wir schließlich Port Alberni erreichten. Dieses kleine Städten lag auf halben Wege zwischen Nanaimo und dem wesentlich bekannteren Tofino. Mit einer sonderbar anmutenden Nachricht, die wir einem Bekannten in einem Hippie- Dorf nahe Tofino ausrichten sollten, setzte uns unser Fahrer direkt neben dem Eingang des einzigen Hostels der Stadt ab. Mein Begleiter und ich ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht was für eine wichtige Rolle dieser Platz in den kommenden Tagen und Wochen für uns spielen würde. Und ich denke er wird mir aus ganzem Herzen zustimmen wenn ich sage, dass wir hier einen wahren Schatz gefunden haben, den wir beide für unser Leben nicht vergessen werden. Die leuchtend gelbe Fassade des ‚Fat Salmon Backpackers‘ strahlte eine muntere Freundlichkeit aus. Im Vorgarten saßen zwei uns begrüßende Kerle, der Geruch von Weed stieg uns in die Nase. Ein Geruch, der auf Vancouver Island allgegenwärtig war. Einer der beiden stellte sich als der Besitzer des Hostels heraus, Chris. „We’ve got cheap, very cheap and extremely cheap.“ Diese Auswahl kam uns sehr entgegen. Wir ließen uns in einem 10- Bett Dorm Room nieder und waren angenehm überrascht, als wir diesen für uns hatten. Praktischerweise gab es ein chinesisches Familienrestaurant unvermittelt neben dem Hostel und so stillten wir dort unseren Hunger. Hervorragende Speisen wurden uns dort serviert. Auch wenn es schon recht spät war hingen wir noch mit Chris im Vorgarten rum und stellten fest, das er nicht nur sehr freundlich sondern auch ausgesprochen lustig (okay, und bekifft) war. Michael und ich fühlten uns richtig wohl und die Tatsache, dass die Betten freakige Namen hatten, ließ uns mit einem Lächeln auf dem Gesicht einschlafen. Was für ein Tag voller Überraschungen!

Am nächsten Morgen ging es weiter mit Hitchhiken. Am Rande Port Albernis angelangt mussten wir nicht lange warten bis jemand auf unser Schild und unsere freundlich drein blickenden Gesichter reagierte. Ein großer Truck samt kleinem Wohnwagen hielt an und so lernten wir Dylan kennen. Er war mir sehr sympathisch. In seinem Truck brachte er uns nach Tofino und wir verbrachten auch die nächsten Tage zusammen. Die Zeltplätze in Tofino waren aufgrund der hohen Popularität exorbitant teuer. Daher bot Dylan uns an zusammen mit ihm auf dem Platz zu zelten, wo er seinen Truck und kleinen Wohnwagen abstellen wollte. Wir waren sehr froh über diese Fügung, da wir andererseits nicht sehr viel Zeit in Tofino hätten verbringen können. Die Zeit mit Dylan war große Klasse. Gemeinsam erkundeten wir Tofino und die Umgebung. Wir führten witzige sowie tief gehende Gespräche. Ich habe zudem einiges von ihm gelernt. In Bezug auf Selbstständig- und Unabhängigkeit machte Dylan vieles anders als was das man als „gewöhnlich“ bezeichnen würde und das machte ihn zu einer sehr interessanten Person. Begeistert waren wir alle drei vor allem von einem Trail, den wir bei unserem Vorhaben – vom Campingplatz zu Tofino durch den Urwald zu wandern – entdeckten. Er führte uns quer durch den Regenwald und war offensichtlich noch nicht sehr ausgebaut. Der Weg führte uns nahe vorbei an moosbewachsenen Baumriesen, tellergroßen Pilzen und tiefen Erdlöchern. Mehr als nur einmal verloren wir die Orientierung. Der besondere Reiz lag darin, dass wir nicht wussten wie lang dieser Pfad sein würde. Wir waren irgendwo zwischen Küste und Straße. Nach drei Stunden erreichten wir die zuletzt genannte und stellten später fest, dass wir nicht mehr als drei oder vier Kilometer im Regenwald zurück gelegt hatten. Mit Abstand eine der besten Tageswanderungen die ich je unternommen habe! Ein riesiger Spaß!

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In Tofino stellte sich heraus, dass wir aufgrund der versteckten kanadischen Steuern den Nootka Trail auf Nootka Island nicht wandern konnten, was wir bis dahin vor hatten. Dieser hätte uns auf einer drei- bis fünftägigen Wanderung zu dem kleinen First Nation Dorf Yuquot geführt. Per Wasserflugzeug wären wir zu dem kleinen Eiland, welches im Nordwesten von Vancouver Island gelegen ist, geflogen. Michael und mir war klar, dass wir eine längere Wandertour miteinander unternehmen wollten und suchten somit nach einer Alternative. Nach einigen Überlegungen erschien auf unser beider Gesicht ein breites Grinsen der Übereinkunft. Somit verabschiedeten wir uns nach vier Tagen in Tofino von Dylan, bestiegen ein kleines Versorgungsschiff und…

…erreichten wenige Stunden später Port Alberni. Was? Schon wieder? Japp, wie bereits erwähnt sollte das Fat Salmon Backpackers noch eine große Rolle in unserer Reise spielen. DMichael und ich quartierten uns voller Vorfreude gleich für ein paar Tage mehr ein. Wir erkundeten Port Alberni, planten unsere Tour und rüsteten uns mit Verpflegung aus. Dabei lernten wir Chirs und Charmead , seine Frau, näher kennen. Sie haben zwei kleine Söhne und betreiben das Hostel als Familie. Mit jedem Tag den wir dort verbrachten genossen wir unseren Aufenthalt mehr. So freundliche Leute! So coole Bettwäsche! Der Geruch von Weed hing jeden Abend zuverlässig in der Luft und auch Magic Mushrooms waren mit dabei.

Für unsere Tour brauchten Michael und ich ein Kanu und somit erkundigten wir uns bei Chris über die örtlichen Anbieter. Es gab nur einen einzelnen Kanuverleih, dessen Preise und Geschäftspolitik allerdings niemandem in ganz Port Alberni zusagten. Chris gab uns deshalb einen Geheimtipp (oh ja!). Und dieser Geheimtipp war es, der meinem Begleiter und mir eine Tour ermöglichte, die einfach nur atemberaubend war (in zweierlei Sinn). Ben Potter, ein Mann der die Insel wie seine Westentasche kannte, war so local wie man nur local sein kann. Er lieh uns sein Kanu aus, holte uns vom Hostel ab und setzte uns dort nach unserer Tour wieder ab. Für einen viel zu niedrigen Preis. Aufgrund dessen wollten wir dem guten Ben eine Flasche Wein oder ähnliches kaufen, doch er lehnte dankend ab. Er hatte schlichtweg eine große Freude daran, dass er uns beiden Fremden die Gegend näher bringen konnte. Auf der Fahrt erzählte er uns viel über Vancouver Island, Bäume, Bären und sich im Wald verirrende Jäger. Moment, die Fahrt wohin?

Vancouver Island beherbergt eine Vielzahl von geheimnisvollen, abgelegenen Orten; auf Bergen, in Höhlen, inmitten der Wälder und in abgelegenen Buchten. Einer dieser Orte sind die Della Falls, mit 440 Metern die höchsten Wasserfälle Nordamerikas. In Kanada gibt es Wasserfälle in großer Zahl und zwei der bekanntesten befinden sich unmittelbar neben den Highways im Banff bzw. Jasper National Park. Die Della Falls hingegen unterscheiden sich von den meisten dieser Wasserfälle. Sie sind inmitten der Natur gelegen, in schwer zugänglichem Gelände. Schwer zugängliches Gelände? Eine mehrtägige Tour? Wandern und Kanu- Fahrt? Das klang nach der Herausforderung, die Michael und ich gesucht hatten.

Nun denn, auf zu den Della Falls!

Tag 1: Juhuuu! Mit viel Enthusiasmus starteten Michael und ich unsere Tour. Die Rucksäcke waren voll gepackt mit neuer Camping Ausrüstung und genügend Verpflegung für über zwei Wochen. Die Wanderung zu den Della Falls begann am Ende des Great Central Lake, der, wie der Name schon vermuten lässt, ziemlich genau in der Mitte Vancouver Islands liegt. Wir paddelten den ganzen Tag über und Erinnerungen an Schweden wurden wach. Die uns umgebende Natur nahm uns schnell in ihren Bann; mit jedem Paddelschlag verschwanden die Häuser am Ufer mehr und mehr. Offene, hohe Hügel erhoben sich um den See herum und wuchsen später zu mit Bäumen bewachsenen Bergen heran. Um uns herum sahen wir die tiefen Wälder Vancouver Islands und begannen langsam die Größe der Regenwälder zu erahnen. Tiefer und tiefer drangen wir in die Wildnis vor. Kurz bevor wir am frühen Abend des ersten Tages an Land gehen wollten setzte von einer Minute auf die andere ein gewaltiger Sturzregen ein. Dem Regen trotzend zogen wir unser Kanu an Land und errichteten unser Lager für die Nacht. Uns wurde bewusst, dass wir uns in einem Regen-wald befanden; selbiger hielt an und nachdem die Zelte errichten waren und die Pocketrocket gezündet wurde (unser Kocher) waren wir ziemlich durchnässt. Umso mehr freuten wir uns über unser heißes Abendmahl aus der Dose (jammy!) und Tee. We were on our way!

Tag 2: Der nächste Morgen kündigte sich mit Sonnenschein an; die Regenwolken waren kurz vor Sonnenaufgang weiter gezogen. Nach einem Stückchen frühen Früh-stücks machten wir uns auf unseren Weg. 17 Kilometer Pfad durch Wälder, über Ströme und Felsen lagen vor uns. Mit entschlossenem Schritt folgten wir dem Weg in Richtung Norden. Was für eine Szenerie uns erwartete! Ein Uhu erhob sich mit breiten Schwingen in die Lüfte und entlockte mir und meinem Begleiter einen Ausruf des Erstaunens. Aufgrund des Regens waren über Nacht kleine Rinnsale entstanden und Bäche führten mehr Wasser als üblich. So zogen wir unsere Wanderstiefel aus und überquerten zwei, drei Creeks dieser Art. Das Wasser war erfrischend kühl und der Gedanke hier einen Wasserfilter zu nutzen erschien mir nun als ein Absurdum. Zudem hatten sich Teile des Pfades ebenfalls in kleine Bäche verwandelt und so wateten wir eine Weile durch seichtes Wasser, Pfützen und Schlamm. Unsere wasserfesten Wanderstiefel leisteten uns gute Dienste. Trotz des vielen Wassers war der erste Teil des Weges sehr einfach und wir kamen gut voran. Durch das Blätterdach der hohen (!) Bäume erblickten wir zu unserer Linken einen Berg; das Rauschen eines breiten Flusses begleitete uns auf unserem Weg. Wie breit dieser Fluss wirklich war sollten wir schon bald heraus finden….

Hatte ich schon erwähnt das der Trail zu den Della Falls offiziell geschlossen war? Nein? Nun, ein Sturm hatte eine der Brücken über einen der Flüsse zerstört. Offiziell sei kein alternativer Weg bekannt – doch Ben hatte uns von einer Stelle einige hundert Meter stromaufwärts erzählt, wo wir den Fluss überqueren konnten. Die demolierte Brücke war ein pures Beispiel der Kraft der Natur; nachdem wir sie näher betrachtet hatten erkundeten wir zunächst die Gegend. Eine Flagge an einem Ast kündete den stromaufwärts führenden Seitenpfad an. Da die Brücke vor noch nicht allzu langer Zeit eingestürzt war, lies sich der Weg mit Recht als unzugänglich beschreiben. Dieser hielt für uns nicht nur einige Anstrengungen bereit, sondern belohnte uns auch mit der meiner Meinung nach schönsten Stelle der ganzen Wanderung! Und tatsächlich, der Pfad führte uns zu einer gewöhnlicherweise recht seichten Stelle im oberen Stromverlauf. Die Überquerung des Flusses war mit Abstand der schwierigste zu bewältigende Punkt der Tour. Unsere Ausrüstung war vom Regenguss der vorigen Nacht immer noch mehr als nass. Wir wussten das wir uns nahe eines Campingplatzes befanden – ebenso wussten wir das bald der Zeitpunkt gekommen sein wird, der den Anbruch der Nacht ankündigen würde. Sobald dieser Moment eintreten würde hätten wir noch etwa eine halbe Stunde Zeit bis die Dunkelheit ein weiter wandern in unbekanntem Gebiet unmöglich (er, sagen wir unklug) gemacht hätte. Wo befand sich der Camping Platz? Sollten wir weiter suchen oder in der Umgebung einen Platz zum Rasten™ suchen? Die Zeit schritt weiter voran und wir beschlossen auf einer kleinen Insel inmitten des Flusses unsere Zelte für die Nacht aufzuschlagen. Michaels Zelt war komplett durchnässt, ebenso unsere Schuhe. Somit schmiss ich eine kleine Feier in meinem Black Diamond HiLight Zelt (das mir nebenbei bemerkt ebenfalls sehr gute Dienste auf der Tour geleistet hat); wir wärmten uns am Feuer des Kochers und genossen einen hervorragenden Irischen Eintopf. :D

Tag 3: Am darauf folgenden Morgen schien erneut die Sonne, genau auf unseren Rastplatz. Wir begrüßten mit Freude die Sonnenstrahlen, die uns die Möglichkeit gaben unsere Ausrüstung zu trocknen. In trockenen Socken und mit neu erwachtem Elan ging es weiter, tiefer in den Regenwald hinein, sich mit jedem Schritt weiter von der Zivilisation entfernend. Es zeigte sich das wir eine gute Wahl am Vorabend getroffen hatten. Kurz nach der Überquerung des Flusses verliefen wir uns und fanden für eine ganze Weile den Weg nicht. Zwei Pfade führten in dieselbe Richtung und vereinten sich dann in, so schien es uns, einem Kreis. Das Gebiet war von sehr hohem Gras, bis zu ca. 1,70 Meter hoch, bewachsen und erschwerte das Auffinden des richtigen Weges. Nachdem wir die Gegend näher erkundet hatten fanden wir schließlich den Weg und setzten unsere Wanderung fort. Das Gelände wandelte sich zunehmend und wir begannen subalpines Terrain zu betreten. Am Nachmittag des selben Tages war es, als wir, auf einer der zahlreichen Brücken stehend, das erste Mal in unserem Leben die Della Falls sahen. Wow! Was für ein Anblick! Wir hielten einen Augenblick lang inne und lauschten in das Tal hinein. Ja, wir konnten sie hören! Dort, in der Ferne, doch eigentlich gar nicht mehr so fern, stürzten die Wassermaßen des höchsten Wasserfalls Nordamerikas in die Tiefe. Der Anblick beflügelte uns. Am Nachmittag, die Sonne stand hoch am Himmel, erreichten wir den Ort um den sich unsere Gedanken seit Tagen drehten. Bei jedem Hindernis, welches auf unserem Weg auftauchte, hatten wir unsere Gedanken auf die Belohnung der Mühen am Ende unseres Weges gerichtet.

Wie beim Besteigen eines Berges waren alle Mühen augenblicklich vergessen als ich die Della Falls erblickte. Ein großes Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit gesellte sich zu mir; die Tatsache, dass es ein nicht einfacher Weg zum Ziel gewesen war und nicht jeder die damit verbundenen Anstrengungen auf sich nahm hat mich umso mehr gefreut. Michael und ich erkundeten gemeinsam den Fuß des Wasserfalls. Wir kosteten das reine Wasser, welches vom Della Lake seinen Weg über 440 Meter bis hierher findet. Selten habe ich so köstliches Wasser getrunken. Am Abend feierten wir unsere Ankunft.

Tag 4: In aller Frühe brachen wir zu unserem Rückweg auf. Wir nahmen Abschied von den Della Falls und machten uns mit wesentlich leichteren Rucksäcken auf zu unserem Kanu. Es war erstaunlich welch großen Unterschied es machte wenn man einen Weg schon einmal gegangen ist. Um unser Treffen mit Ben nicht zu versäumen mussten wir an diesem Tag bis zum Hauptlager am Great Central Lake wandern. Die Übernachtung auf dem Hinweg war eigentlich und auch uneingentlich nicht geplant gewesen. Das Wetter war wunderschön; der Wald leuchtete im warmen Licht des Sommertages, die Bäche glitzerten freudig. Seit Beginn unserer Wanderung hatte es nicht geregnet und somit war das Überqueren des breiteren Flusses und kleinerer Bäche nun wesentlich einfacher. Wohlgemut kletterten wir über Steine, duckten uns unter schräg stehenden Baumstämmen hindurch, wateten durch Wasser und hielten vor Staunen inne um die Schönheit der Natur zu bewundern. Am Spätnachmittag erreichten wir schließlich den uns wohl vertrauten Lagerplatz.

Tag 5: Am letzten Tag der Tour paddelten wir unser rotes und wohl ausbalanciertes Kanu zurück zu dem Strand, an dem wir später am Tag Ben trafen. Diesmal waren wir es, die vor Begeisterung sprichwörtlich wie ein Wasserfall redeten und vor allem: Schwärmten. Ben grinste und war, denke ich, überglücklich mit uns in die Wildnis gefahren zu sein. Vielen, vielen Dank dafür, Ben! Insgesamt waren Michael und ich fünf Tage lang in der Wildnis Vancouver Islands um eines der zahllosen Wunder dieses Planeten zu sehen. Was für eine großartige Wanderung!!!

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Zurück in Port Alberni bedankten wir uns bei Chris in flüssiger Form (wir hatten gerade keine Magic Mushrooms zur Hand) dafür, dass er uns mit Ben in Kontakt gebracht hatte. Es war eine große Tour und Michael und ich haben es sehr, sehr genossen. Wir verbrachten noch zwei Tage im Fat Salmon Hostel, die wir vornehmend mit Rasten™ und den Gedanken um die Weiterreise verbrachten. Nach ausgeprägten Überlegungen (oder eher einer sehr spontanen Entscheidung um 3 Uhr nachts) beschloss ich möglichst bald weiterzureisen. So stand ich dann mit einem Pappschild erneut am Straßenrand und hitchhikte nach Nanaimo um von dort aus die Fähre nach Vancouver zu nehmen. Mein Reisegefährte Michael und ich hatten etwa drei Wochen gemeinsam auf Vancouver Island, der Insel der Bäume, Felsen und Wasserfälle, verbracht. Der Moment des Abschiednehmes war gekommen. Michael machte sich kurz nach mir mit dem Flugzeug auf ins ferne Toronto. Ich hingegen hatte eine andere Stadt zum Ziel, die Schauplatz eines Ereignisses war, dem ich schon seit Monaten mit großer (!) Freude entgegen blickte. Und so führte mich mein Weg in die…

Stadt der Winde, Winnipeg, MB

Unabhängig davon wen man fragt, die Antwort auf die Frage ob sich ein Besuch in Manitoba und Saskatchewan lohne, ist nahezu überall die gleiche: Überspringe die beiden als Prärieprovinzen bekannte Gebiete. Es gebe nahezu nichts zu sehen und in der flatten Ebene sei es allgemein ziemlich langweilig. Nun denn, diesem kann ich nach dem was ich vom Greyhound aus gesehen habe nur zustimmen; dennoch gibt es auch hier einige Orte von Interesse. Winnipeg, Provinzhauptstadt von Manitoba, ist bekannt für seine florierende Kunst- und vor allem Musikszene. Der Geist des Wilden Westens ist hier immer noch gegenwärtig und dementsprechend rau geht es hier in einigen Gegenden zu. Winnipeg ist den heftigen Winden der Prärie schutzlos ausgeliefert und japp, es war wirklich sehr windig. Bemerkenswert. Hier fand ein Konzert meiner Lieblingsbands statt:

STRATOVARIUS!

Die finnische Powermetal Band startete ihre Nordamerika- Tour kurz nach der Veröffentlichung ihrer neuen Platte Polaris. Als ich auf der Webseite der Band sah, dass Stratovarius wieder auf Tour war habe ich mich riesig gefreut. Noch mehr gefreut habe ich mich als ich mir die Liste der Locations durch las. Toronto, Ottawa, Montréal, Québec City, Winnipeg, Regina, Vancouver und andere große kanadische Städte sollten in den Genuss finnischen Powermetals kommen. Mein Gesicht zierte ein breites Grinsen, mein Herz machte nicht nur Freudensprünge, sondern ganze Dreifach- und Vierfachsaltos. Wow, wow, WOW. Stratovarius war auf Tour und ich würde die Gelegenheit haben sie zu sehen! Die Jungs aus Finnland begannen im Osten Canadas und da ich mich im Westen befand, war es nahe liegend sie irgendwo in der Mitte zu treffen. Aufgrund der bereits erwähnten großen Musikszene habe ich mich dann für das Konzert in Winnipeg entschieden.

Etwa eine Stunde vor offiziellem Einlass fand ich mich im West End Cultural Centre ein. Ich hatte mir vorweg ein V.I.P. Ticket gesichert, dessen Beschreibung im Internet erahnen ließ, dass man die Band treffen würde! Als dann endlich nach ungeduldigem Warten die Pforten geöffnet wurden saßen dort wahrhaftig Timo Kotipelto, Jens Johansson, Lauri Porra, Matias Kupiainen und Jörg Michael. Habe ich schon erwähnt das ich skandinavische Namen mag? Ich lieeebe skandinavische Namen. Wir bekamen Stratovarius V.I.P. Shirts und Plakate, die ich von den begabten Musikern signieren ließ (jeweils ein Plakat für mich und eines für meinen guten Freund Paul, der ebenfalls ein großer Strato- Fan ist). Und yeah, dann konnte man Photos mit der Band machen! Ich wechselte einige Worte mit dem Bassisten Lauri Porra und fragte ihn nach seinem neuen Soloalbum, welches nur sehr schwer aufzutreiben ist. Es verschlug mir fast den Atem als er antwortete: „Hm, ya, I have one or two CDs in the bus. After the show I can bring you one.“ O_O Ich war verblüfft – und begeistert von Lauris überaus coolem Akzent.

Wenig später begann das Konzert. Der Saal war nicht einmal zur Hälfte gefüllt, offensichtlich war Stratovarius in der Gegend nicht sehr populär. Es war fast schon beschämend sich um zudrehen und zu sehen das dort keine Massen von Fans standen, die begierig darauf warteten, dass Stratovarius seine Instrumente zum Leben erweckte. Die Band kümmerte sich nicht um die geringe Zahl der Erschienenen und startete das Ton- Feuerwerk mit einem epischen Destiny [Link]. Yeah, einer meiner Lieblingssongs! Es folgten Tunes vom neuen Album Polaris sowie von zahlreichen älteren (darunter sogar sehr alten) Platten, die mich alles um mich herum vergessen ließen. Ich stand in der ersten Reihe und die Leute in den ersten Reihen gaben alles, um die fehlende Masse an Leuten lautstark wieder wett zu machen. Stratovarius rockte die Bühne und es offenbarte sich ein jedem das große Talent der Musiker. Gesang, E- Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard- Töne hüllten mich ein in einen musikalisch- phantastischen Rausch. Farben verschwommen und ich war eins mit der Musik. Danke Stratovarius für die tolle Show! Wer eine Kostprobe von dem Konzert haben möchtet ist herzlich dazu eingeladen sich dieses Video anzuschauen (es wird gemunkelt das 07:36 eine kleine Überraschung beinhaltet ;)):

Und hier ein beeindruckendes Guitar/ Bass Solo:

Es war ein herrlicher Abend und ich dachte nicht, dass er noch besser werden könnte. Doch ai, dem war so als Lauri nach dem Konzert kam und mit einigen der Fans sprach. Er verkaufte mir seine neue Platte All Children Have Superpowers und signierte sie! Die einzige handsignierte CD in ganz Nordamerika! O_O Lauri war extrem lustig und signierte danach alles, was sich signieren lies (der Stift war ja schon mal da XD). Darunter Mobiltelephone und sogar eine PSP. Und er sprach eine urkomische Ansage auf das Anrufbeantworterband des Handys eines Fans. Alle fühlten sich richtig wohl und hatten eine Menge Spaß. Und es ging noch weiter!

Vor dem Konzert hatte ich mit dem Merchandise- Verkäufer gesprochen. Er kam aus dem Ruhrpott und war sehr froh jemanden zu treffen der Deutsch sprach. Er hatte angeboten mir den Tourbus (!!!) zu zeigen und so suchte ich ihn nach dem Konzert auf. Stoni, danke für alles was du möglich gemacht hast! Er zeigte mir den Tourbus von innen, den ich mit großen Augen betrachtete. Ich fühlte mich wie ein kleiner Junge in einem wahr gewordenen Traum. Und es ging noch weiter!

Nahe des Busses hing die Band around und ich gesellte mich zu den Finnen und dem deutschen Schlagzeuger. Ich wechselte einige Worte mit Jens, dem Keyboarder, und einige Worte mehr mit Jörg, dem Schlagzeuger und natürlich Lauri, dem Bassisten. Letzterer ist in dieser Nacht zu einem meiner Lieblingsmusiker avanciert – sein neues Album ist sehr stimmungsvoll.

Irgendwann wurde es spät und die Band machte sich auf nach Regina für die nächste Show. Die Crowd war nicht groß gewesen in Winnipeg, doch die Stimmung war super und jeder hatte Spaß. Schwankend vor Glück machte ich mich auf den Rückweg zum Hostel. Was für ein Abend! Und wie ich am nächsten Morgen feststellte war es kein Traum. Es war tatsächlich passiert. Im Februar 2o1o werde ich mir Stratovarius zusammen mit meinem Freund Paul erneut anhören – und dann werden wir vielleicht beide Backstage sein.

Stratovarius rockt!

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Tee und Geschichte (und nicht umgekehrt ^^) – Ottawa, ON

Nach einer wunderschönen, stimmungsvollen Fahrt vorbei an Wäldern und Seen hatte ich nach insgesamt etwa vier Tagen im Greyhound den Osten Canadas erreicht. Welch ein gewaltiges Land. Nach Winnipeg reiste ich nach Ottawa, der zweisprachigen Hauptstadt Canadas. Ottawa markierte für mich einen wichtigen Punkt in meiner einjährigen Reise in Canada: Denn nun befand ich mich in einem durchweg anderen Teil des Landes und auf der anderen Seite des zweitgrößten Kontinents der Erde.

Verglichen mit meinen letzten Wochen war Ottawa recht unspektakulär. Eine Unspektakulärtheit die mir sehr gefiel. Ich schaute mich schon am ersten Tag nach einem netten Plätzchen um, wo ich etwas abgeschieden vom städtischen Trubel sein konnte. Ein solches fand ich dann in einem kleinen Teehaus, welches mit über 15o Teesorten aus aller Welt zu beeindrucken wusste. Ein ruhiger Ort den ich in den kommenden Tagen mehrmals und immer wieder gerne aufsuchte. Ich verbrachte zwei oder drei Tage in Ottawa. Im Canadian Museum of Civilisation lernte ich einige interessante Dinge über kanadische Geschichte; die Parlamentsgebäude waren auch für europäische Verhältnisse sehens- und bestaunenswert.

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Die hohe Zahl der Ausrufezeichen in diesem Beitrag zeigen denke ich das Offensichtliche. Ich war und bin begeistert und zutiefst angetan von dem Erlebten. Erlaubt mir zusammenfassen: Mit Michael in Leckereien schwelgen in Vancouver, mit Dominic Armato plaudern auf der PAX in Seattle, große und kleine Wanderungen auf Vancouver Island, insbesondere die großartigen Della Falls, Stratovarius- Konzert in Winnipeg und zuletzt aber nicht unerwähnt ein ruhiger, netter Teeladen in Ottawa.

Tief berührende Augenblicke, riesige Freude und großes Staunen.

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Galerie

Für die Photos unserer Wanderung zu den Della Falls möchte ich mich bei Michael herzlichst bedanken, der seine wohl verpackte Kamera immer wieder aus den unendlichen Weiten seines Rucksack heraus hohlte um diese Bilder zu schießen. :)

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On the Road

Hallo alle zusammen!

In den letzten zwei Wochen hat sich so manches interessantes zugetragen von dem ich euch nun berichten möchte. Um gleich mit der Tür ins Kartenhaus einzufallen: Seit dem fünften Mai diesen Jahres arbeite ich als Food & Beverage Server (= Kellner) in einem der Restaurants des Banff Centers. Ja, ich habe es endlich geschafft! :) Der Weg dorthin war nicht von der Art wie ich angenommen hatte das er verlaufen würde. Es gab so manche Kurve, die sich nach links wand von der ich dachte sie würde nach rechts verlaufen; und umgekehrt. Im Folgenden berichte ich euch von diesem seltsamen Weg, auf dem ich viele neue Dinge gesehen und einige nette Menschen kennen gelernt habe……und in dem ich in zweieinhalb Tagen fast 17oo Kilometer zurück gelegt habe.

Vorweg möchte ich mich noch bedanken. Bei wem? Bei euch, meinen Lesern! Immer wieder erreicht mich von verschiedensten Seiten außerordentlich positives Feedback (so auch in den Kommentaren) zu diesem Blog, sowohl zum gesprochenen Wort als auch zu den Photos. Ich freue mich immer sehr (!) darüber und es zeigt mir, dass es es wert ist, beim Schreiben und bei der Auswahl der Bilder Sorgfalt walten zu lassen. Vielen Dank also für die netten Worte!

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Die Ereignisse von denen ich nun schreiben werde sind so unverhofft und plötzlich eingetroffen, dass ich über alle Maßen überrascht davon war. Begonnen hat meine kleine Odyssee (die im Vergleich mit den fabelhaften Reisen des ehrenwerten Odysseus eigentlich noch nicht einmal diese Bezeichnung verdienen ;)) damit, dass das HI- Hostel, in dem ich bisher wohnte, keine Plätze mehr für einen Sonntag frei hatte. Somit musste ich mich auf die Suche nach einer neuen Unterkunft begeben. Dabei war ich allerdings nicht alleine unterwegs, denn überraschenderweise ist auch mein alter Freund Mirco in Banff eingetroffen! Yay! Es hat uns beide erstaunt, dass wir uns hier getroffen haben – Canada ist groß und das wir wieder zur selben Zeit am selben Ort waren war schon sehr erstaunlich. Vor allem, da wir dieses Zusammentreffen nicht im Mindesten geplant hatten! Mirco ist leider auch genauso schnell wieder abgereist wie er angekommen war (Mirco, du hättest ruhig ein wenig länger bleiben können ;)). Wir haben eine nette Wanderungen zusammen mit einigen anderen Leuten aus dem Hostel zum Sundance Canyon gemacht und einen angenehmen Tag miteinander verbracht, der aber irgendwie viel zu kurz war.

In Banff waren bis auf das Samesun Hostel alle Budget- Unterkünfte belegt. Ich hatte also keine große Auswahl. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass ich am nächsten Tag in einem Auto zusammen mit drei lustigen Koreanern auf dem Weg nach Vancouver sitzen würde.

Was?? Ja, ihr habt richtig gelesen! Noch am selben Tag machte ich die Bekanntschaft von Han Su, Ju und Gü En Te, drei Koreanern, die über das Wochenende die Rocky Mountains besuchten. Das Gespräch drehte sich um westliche und koreanische Kultur und war höchst spannend. Noch am selben Abend lernte ich ein bisschen koreanische Schriftzeichen und es stimmt was Han Su sagte: Das koreanische Alphabet lässt sich in grob geschätzt 12 Stunden vollständig erlernen. Man weiss dann zwar noch nicht was die Worte bedeuten, welche man da gerade liest, aber man kann es zumindest aussprechen. ;) Der Abend war sehr nett; am Ende stellte sich heraus das die drei am nächsten Tag über Japser zurück nach Vancouver fahren würden. Sie hatten ein Auto gemietet. Da es nicht so ausssah als würde sich das Banff Centre noch melden und ich ein wenig gelangweilt vom langen Warten war habe ich ohne große Umschweife gefragt ob ich mich den dreien anschließen dürfte. Ich war begeistert von diesem spontanen Entschluss und noch mehr freute ich mich als sie ohne zu zögern zustimmten!

Am nächsten Morgen waren wir dann auf dem Weg nach Vancouver. :D Die Fahrt war großartig, geprägt von spannenden Gesprächen und haufenweise Witzeleien. Die drei hatten einen tollen Humor und wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Das Wetter war uns zudem wohlgesonnen und dieser Abschnitt des Trans- Canada- Highway 1 (später dann der Highway 93), den wir fuhren, gilt als eine der schönsten Strecken Canadas. Und führwahr, das ist er auch! Geduldig schlängelt er sich durch das Tal, vorbei an hohen Bergen und weißen Gletschern. Er hat mich ein bisschen an den Alaska Highway erinnert, der ebenfalls eine der eindrucksvollsten Straßen des Landes darstellt. Auf dem Weg nach Jasper haben wir nicht nur Bergziegen gesehen, sondern auch die Sunwapta und die Athabasca Falls. Beeindruckende Wasserfälle, die nahezu direkt neben dem Highway liegen! Jedem der die Rocky Mountains besucht lege ich sehr nahe auf dieser Straße bei Sonnenschein durch den Nationalpark zu fahren – es lohnt sich!

In Jasper haben wir eine kleine Wanderung im Maligne Canyon gemacht und waren lediglich für ein paar Stunden in der Gegend. Dann fuhren wir Richtung Westen weiter durch den Mt Robson National Park nach Vancouver. Wir erreichten unser Ziel gegen Mittag des nächsten Tages. Übernachtet haben wir auf irgendeinem Parkplatz (keine Ahnung wo genau…^^) neben dem Highway im Auto. XD Diese von Spontanität geprägte Fahrt war ein wahres Vergnügen!

Han Su, Ju und Gü En Te waren sehr freundlich und haben mich direkt vor der Tür des Youth Hostels in Vancouver abgesetzt. Eigentlich hatte ich geplant in Vancouver oder alternativ dem nahen Victoria eine Weile zu bleiben. Doch es sollte anders kommen. Meine Zeit in der multikulturellen Stadt war kurz und ich habe dort lediglich den weithin bekannten Public Market auf Granville Island besucht, was ich bei meinem ersten Besuch in der Stadt versäumt hatte. Ein überaus lohnender Besuch – auch wenn das Fish & Chips Restaurant (von Lonely Planet empfohlen ;)), bei dem es sich eher um eine ebenso abgefrackte wie einladende Imbiss- Bude handelte, an genau dem Tag als ich dort war nicht geöffnet hatte. Schade, die Fish & Chips sollen die besten der Stadt sein. Die Aussicht war überaus nett und ich habe eine schöne Galerie gesehen. Allerdings nur von außen, da auch diese unvorhergesehenerweise an diesem Tag geschlossen hatte. *gruml* Exklusive Besucher *gruml*. ;) Zum Glück hatte selbige große Fenster, sodass ich einige der Austelluingsstücke durch diese hindurch betrachten konnte. Ein schöner, erholsamer Tag, an dem ich mich pudelwohl fühlte – wieder in Vancouver, diesmal mit schönem, leicht sonnigen Wetter und einem ganzen Rucksack voller Ideen was ich die nächsten Wochen unternehmen könnte.

Am nächsten Tag erreichte mich dann eine email vom Banff Centre, in der ich zu einem Interview eingeladen wurde. Ich war erstaunt, irritiert und hatte generell im ersten Moment keine Ahnung was ich davon halten sollte. Es war großartig und idiotisch zugleich. Ich hatte das Gefühl irgendwer oder irgendwas erlaubt sich gerade einen Spaß mit mir. Vor allem galt es jetzt eine rasche Entscheidung zu treffen – denn im Fall eines Interviews wollte ich das Banff Centre ungern warten lassen. Ich wusste die ersten Minuten nachdem ich die email erhalten hatte nicht was ich tun sollte…..ich war ein wenig verwirrt. Daher entschloss ich mich das einzige zu tun was mir in dieser Situation einfiel: Sich einen ruhigen Ort zu suchen und nachzudenken. Und so tat ich eben dies. Einige Zeit später stand mein Entschluss dann fest: Ich würde zurück nach Banff fahren, auf dem schnellst möglichen Wege und versuchen den Job zu bekommen! Noch am selben Abend saß ich in einem Greyhound Bus der mich praktisch über Nacht nach Banff brachte. So kam es also, dass ich wieder in den Rocky Mountains verweile, obwohl ich diese erst zwei Tage zuvor verlassen hatte. So viel zu meinem Rucksack voll mit Ideen für Vancouver und Umgebung. XD

Schlagen wir nun den Bogen zurück zu dem Beginn meines Berichtes. Seit etwa einer Woche arbeite ich als Kellner im Banff Centre. Ich bin gerade dabei mich einzuleben und lerne jeden Tag neue Menschen kennen. Die Arbeit macht mir großen Spaß und die Leute die ich treffe sind (fast) alle sehr nett. Das Banff Centre ist gut mit einer kleinen Universität zu vergleichen und es gibt auch Staff Unterkünfte auf dem Gelände, in denen ich seit Anfang Mai wohne. Das Leben und die Arbeit an diesem Ort bieten zweifelsohne viel Stoff für neue Erzählungen. Was genau meinen Arbeitsbereich umfasst, was ich in dem Banff Centre alles erlebe und was es sonst Neues gibt…..

…..wird in meinem nächsten Bericht zu lesen sein. XD

An dieser Stelle beginnt sozusagen ein neues Kapitel meiner Canada- Reise. Blättern wir also um und schauen was uns auf den nächsten Seiten erwartet! Liebe Grüße an euch alle zu Hause und viel Spaß beim Anschauen der Photos! :)

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Zum Abschluss noch einen Hinweis auf eine kleine Neuerung im Blog: Auf der rechten Seite findet ihr jetzt einige Links zu meiner Meinung nach interessanten Webseiten. Wenn ihr mit der Maus für einen Moment auf dem Link innehaltet, wird angezeigt, worum es sich bei diesem im Detail handelt. So muss man die Links nicht mehr in den Beiträgen suchen. ;)

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Galerie

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