Goodbye Banff

In meinem letzten Bericht habe ich euch vom Bergsteigen erzählt. Immer wieder staune ich über die Schönheit und Vielfalt der Natur die mich umgibt. Die Bäume, Berge, Flüsse und Seen um Banff herum haben meine Zeit dort geprägt und ich bin sehr dankbar dafür das ich diesen Ort gefunden habe.

Nach viereinhalb Monaten ist nun der Zeitpunkt gekommen die kleine Stadt inmitten der Rocky Mountains zu verlassen und sich all die Gebiete hinter dem Horizont näher anzuschauen. Nicht nur die Umgebung und Lage selbst haben meinen Aufenthalt in Banff so besonders gemacht – es waren auch und vor allem die Menschen. Wenn ich zurückkehren werde werden andere Leute hier wie dort verweilen und das Erlebnis wird bei einer Rückkehr (die nebenbei bemerkt ziemlich wahrscheinlich ist ;)) ein ganz anderes sein. Anders in einem guten Sinne, denn Anders ist Neu und Neu ist Gut.

Gerade in diesem Augenblick bin ich eigentlich ganz wo anders; in einem Bus um genau zu sein (was die Möglichkeiten nicht sooo sehr einschränkt XD) und ich werde in den folgenden Zeilen über die Menschen schreiben, denen ich in Banff begegnet bin und die meine Zeit dort geprägt haben. Es sind einige sehr schräge Vögel darunter, aber hey, das ist an diesem Ort nichts Ungewöhnliches. Zum Abschluss gibt es dann noch einige feine wild durch gemischte Photos. :)

Andre, der Weingeist (Kanada) war an sich Supervisor und somit mein Chef – er war aber auch vom ersten Tag an ein richtig guter Kumpel. Mit ihm zusammen zu arbeiten hat einfach nur Spaß gemacht und wir haben eine Menge (!) gelacht. Er liebt seinen Job ebenso wie den Wein, mit dem er sich als angehender Sommelier beschäftigt . Ich habe viel von ihm über Gastronomie gelernt und yeah, ich bin mir sicher das wir uns wieder sehen werden wenn ich wieder nach Canada komme!

Nute, der Barhäuptige (Kanada) war ebenfalls einer meiner Supervisor… am Anfang dachte ich er mag mich nicht; was vielleicht auch daran lag das mein großer Patzer im Speisesaal geschah als er Dienst hatte. Doch ich habe mich getäuscht. Wir kamen immer besser miteinander klar und haben wenig später nahezu keinen Satz miteinander gesprochen ohne einen Witz hinten dran zu hängen. Ihr könnt euch Nute wie einen großen Kuschelbär vorstellen, der gute Laune hat solange alles läuft wie es soll.

Mick, der Verrückte (Ozeanien) ist latürnich nicht wirklich verrückt (nur ein bisschen ;)). Er hat die Natur um Banff herum gleichermaßen wie die Bars der Stadt unsicher gemacht. Es verging nicht ein Tag an dem er nicht etwas unternommen hätte und war SEHR aktiv, überall und zu jeder Zeit. Du brauchtest ein Teammitglied für einen Wettbewerb? Frag Mick. Du möchtest dir einen Film im Kino ansehen? Frag Mick. Du bist begierig darauf einen der höchsten Berge der Umgebung besteigen? Frag Mick. Er hieß jeden jederzeit zu allerlei Aktivitäten willkommen. Bevor er Banff verließ hat er mich nach Australien eingeladen und falls ich dort hin reisen werde werde ich ihn besuchen.

Alex, die Schöne (Kanada) machte das Konzentrieren auf die Arbeit manchmal gar nicht so einfach… die männlichen Server waren hin und wieder ziemlich abgelenkt. Ein sehr nettes Mädchen mit einem typischen „Kick As“ Humor. Ich benutze dieses Attribut nicht sehr oft für jemanden, Alex kann man allerdings nicht beschreiben ohne das Wort „sexy“ zu benutzen. Denn das ist sie ohne Frage. Wir haben ebenfalls viel zusammen gelacht (irgendwie hatte ich mit nahezu jedem eine Menge Spaß XD).

Sam, der Graskenner (Großbritannien) hat mir beigebracht selbst Mützen zu stricken und war mir von der ersten Millisekunde an sympathisch. Er kiffte manchmal ein wenig zu viel und ich bin mir sicher das er hin und wieder auch mal high bei der Arbeit war. Sehr lustig. Ich habe seine Gegenwart stets genossen und wir hatten viel Spaß gemeinsam. All the best dude! :D

Savannah, das Hippie Girl (Kanada) war für über vier Monate lang eines meiner Roommades. Sie ist für viele Jahre in der Welt herum gereist und ist eine der interessantesten Personen, denen ich je begegnet bin. Seltsam, schräg und aufregend. Sie hielt mich manchmal für ein Alien und ja, wir waren uns da hin und wieder auch nicht so ganz sicher. In jedem Fall hat sie viel zu meiner Mission auf dem Planeten Erde – möglichst viele Informationen über die Menschen herauszufinden – beigetragen. Krovawevnowejlfn-ö

Joe, der Snowboarder (Ozeanien) habe ich immer wieder getroffen und wir haben die verschiedensten Dinge zusammen erlebt. Irgendwann ist mit aufgefallen, dass oftmals wenn ich einen Tag oder einen Abend sehr genossen habe er irgendwie immer mit dabei war. Und in der Tat, wir kamen schlichtweg gut miteinander klar.

James, der Gechillte (Kanada) war genau das. Wir haben uns sofort gut verstanden und auch wenn ich ihn erst spät in Banff kennen gelernt habe wird er mir in Erinnerung bleiben. Unser großer Hike zu Cascade Mountain war großartig und ich habe mich sehr darüber gefreut, als er zu meinem Abschiedsabend kam.

Neben diesen Personen habe ich latürnich noch eine Menge anderer Leute getroffen; zu viele um sie hier aufzuzählen. In Banff kann man jeden Tag eine Hand voll neuer Menschen kennen lernen wenn man möchte. Mir ist aufgefallen, dass die Leute, welche ich in Banff getroffen habe, sich nahezu grundsätzlich von meinen Freunden bei Muktuk unterscheiden. Die Menschen bei Muktuk waren mehr in sich gekehrt und mehr der Natur verbunden als diejenigen in Banff. Dort waren die Menschen eher nach außen gekehrt und beschäftigten sich mit Dingen die der Beschäftigung nicht wert waren. Zwei komplett unterschiedliche Orte – ich habe die Zeit in beiden auf eine unterschiedliche Art und Weise genossen.

Der Zeitpunkt ist gekommen – mit meinen Augen folge ich dem Highway, der sich durch das Tal windet und in der Ferne zwischen den Bergen verschwindet. Ich werde dieser Straße folgen und schon bald die fernen Ufer eines Ortes betreten, den ich bereits seit langer Zeit erkunden möchte. Goodbye Banff.

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Galerie

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Veröffentlicht in Rocky Mountains. 1 Comment »

Eine Antwort to “Goodbye Banff”

  1. Truchseß Says:

    Es ist eigenartig!
    Einerseits die große Freude, die wir immer wieder haben, wenn wir sehen wieviele spannende und wunderbare Sachen Du unternimmst – andererseits fehlst Du in unserer Lieblingszeit, dem Herbst noch mehr als sonst. Das Schwammerlsuchen, das Waldgehen, das im-Moos-Liegen, und die Lagerfeuer im Wald.
    Es wird die Zeit schon lang mittlerweile, und wir sehnen uns danach mit Dir Sonntags Fritattensuppe und Schnitzel zu essen und Deinen Erzählungen von Canada zu lauschen; nebst Maroni und Kakao.


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