Banff Centre Experiences

Das Leben ist wundervoll. :)

Seit ich an diesem Bericht begonnen habe zu schreiben sind nun schon mehrere Wochen vergangen. In dieser Zeit habe ich eine unglaubliche Zahl an interessanten und schönen Dingen erlebt, unter anderem einige tolle Überraschungen. Das Leben hat mich besonders in den letzten Tagen mit vielen wundervollen, wahren Momenten beschenkt. Darüber bin ich sehr glücklich.

Dieser Bericht, den ich gerade schreibe, beschreibt meine Zeit auf dem Banff Centre und die Erfahrungen, die ich hier gemacht habe und mache. Das ist mittlerweile schon eine ganze Menge und dementsprechend umfangreich ist auch mein Bericht. Dem geneigten Leser lege ich dementsprechend nahe sich mit heißem Tee (Kaffee, Kakao) und Keksen auszustatten. Nicht jede Kleinigkeit werde ich ansprechen und einiges wird in späteren Blog- Berichten womöglich Erwähnung finden. Habt ihr ein heißes Getränk und Kekse? Gut, dann auf hinein ins Geschehen!

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Der Beginn meines neuen Jobs als Server war mit großen, schmerzhaften Verlusten verbunden. Genauer gesagt dem Verlust von tausenden von Barthaaren! Diese Tatsache alleine disqualifiziert diesen Beruf vermutlich für den ein oder anderen (unter euch?). Denn niemand rasiert sich gerne die so lange gepflegten und in Ordnung gebrachten/ gestalteten Barthaare ab. So war auch ich davon nicht gerade begeistert. Aber hey, Barthaare wachsen nach und diese Jobmöglichkeit ist nahezu einzigartig. So zückte ich also meine Rasierklingen und tat was getan werden musste. Da wir während der Arbeit das Banff Centre repräsentieren wird von uns Servern allgemein ein gepflegtes Äußeres und ein höfliches Auftreten erwartet. Auch wenn ich das für selbstverständlich halte habe ich nicht damit gerechnet das hier ein so großer Wert darauf gelegt wird.

Meine Vorbereitungen auf meinen neuen Job waren umfassend. Ich war überrascht wie viele Dinge zu besorgen galt. Einen Korkenzieher, eine schwarze Hose, zwei weiße T- Shirts, ein weißes Hemd, schwarze Schuhe, mehrere Paar schwarze Socken und Haarwachs. Bei letzterem habe ich mich sehr darüber gefreut, dass es in Banff einen Body Shop gibt! Dort habe ich Bienenwachs von hoher Qualität gefunden, dessen Geruch ich sehr mag. :) Für all die anderen Dinge habe ich einen speziellen Server Store in Banff aufgesucht, über dessen Existenz ich ebenfalls recht erstaunt war. So ein Geschäft habe ich bisher noch nie gesehen. Ein eigenes Geschäft mit Kleidung nur für Servierer und Kellner. Die Bedienung war sehr nett und hat mir geholfen, mich binnen einer halben Stunde in einen Pinguin zu verwandeln. XD Die Uniform wird komplettiert von einer Schürze und einer Weste vom Banff Centre sowie einem fency Namensschild.

„May I offer you a tea or a coffee, Sir?“ Hui, diesen Satz sage ich in einigen Variationen unzählige Male am Tag. Um es in wenigen Worten zusammen zu fassen: Ich mag meinen Job! :) Mit großer Freude stelle ich fest, dass meine Vermutungen diesbezüglich nicht falsch waren. Servieren macht mir Spaß! Es ist ein gutes Gefühl zu wissen das ein guter Service den bisher nicht so toll verlaufenden Tag eines Gastes um einiges erhellen kann. Man kann Menschen eine Freude machen und vor allem dazu beitragen, dass sie sich wohl fühlen. In meinem Job- Interview sagte ich, dass es mein Ziel als Server sei, das die Gäste mit dem Gefühl nach Hause gehen das richtige Etablissement für den Abend gewählt zu haben. Und das habe ich nicht nur so gesagt, das meine ich auch so! Ich genieße es zwischen Tischen- Säubern, Servieren und planlosem hin- und her rennen ein paar Worte mit einem Gast zu wechseln. Oft wird dabei gelacht. Japp, ich mag diesen Job zweifelsohne.

Das Banff Centre unterhält eine große Zahl von Etablissements. Das Dining Centre besteht neben Vistas Restaurant aus dem Fine Dining Restaurant Three Ravens und einer Weinbar. Ich arbeite in Vistas, zudem bedienen wir auch Versammlungen und Meetings an anderen Orten des Banff Centres. In Vistas bringen wir den Gästen eigentlich nur Getränke, da es eher ein großes Buffet als ein Restaurant ist. Bis zu drei Mal täglich sitzen hier Manager, Künstler und andere Gäste zum Essen beisammen. Der Raum fasst circa 340 Personen und ist sehr schön angelegt: Im obersten Stockwerk des Gebäudes mit Glaswänden, sodass die Gäste den wundervollen Ausblick auf Banff und insbesondere die Berge genießen können. Es gibt Tage an denen die Arbeit in Vistas ziemlich langweilig ist, umso mehr freut sich jeder Server wenn er auf einer Versammlung arbeiten kann. Dort gibt es dann öfters auch „plated dinner”, es wird also das Essen direkt serviert. Das macht großen Spaß und ich denke im Moment darüber nach mir in einem Restaurant in der Stadt einen zweiten Job zu suchen.

Mit den anderen Servern komme ich sehr gut klar. Einige sind mir ausgesprochen sympathisch, wie zum Beispiel Sam aus England. Die Supervisor, unsere direkten Vorgesetzten, sind nahezu alle richtig coole Typen. Es ist angenehm mit ihnen zusammen zu arbeiten: Auf der einen Seite sind sie witzig und drücken auch mal ein Auge zu, auf der anderen Seite wissen sie aber auch ganz genau was geht und was nicht und machen das auch deutlich. Ich kann also vollauf sagen das ich mich in meiner Arbeitsumgebung wohl fühle. Mein kleines Apartment teile ich mit Tim, einem Schauspieler aus Toronto. Manchmal ist es etwas chaotisch im Zimmer, aber eben nur manchmal. ;) Ich bin sehr zufrieden mit meiner Unterkunft.

Das Leben eines Kellners ist manchmal sehr witzig. So empfinde ich es zumindest. :) Es wird oft über die Gäste geredet. Jemand nervt mit Fragen nach Dingen die wir nicht anbieten? Der Typ ist wieder da, dem man direkt eine ganze Kanne Kaffee hinstellen kann? Knapp bekleidete Schönheiten am Tisch rechts am Fenster? Ja, es wird über die Gäste geredet und wenn ihr das nächste Mal in einem Restaurant seid dann werdet auch ihr vielleicht den Gesprächsstoff hinter den Kulissen bilden. ;) Hoffentlich im positiven Sinne. ^^ Neben Gästen gibt es manchmal auch oft lustige Geschichten. Beliebt sind die Schilderungen des übelsten „Drops“, also was man fallen gelassen hat. Heißer Tee über eine Dame geschüttet? Autsch. Heißer Kaffee? Ganz übel….nun ich toppe das alles. o_O Ähm ja…und so… *schnell weiter im Text*

Inspiring Creativity – Das Motto des Banff Centre. In meinen vorigen Blog- Einträgen habe ich genauer beschrieben warum ich so gerne an genau diesem Ort arbeiten möchte und einer der wichtigsten Punkte dabei machte dabei die künstlerische Umgebung aus. Ein Ort der Kunst, von hohen Bergen umgeben, inmitten eines Nationalparks? Das klang fabelhaft – und so ist es auch! Es gibt dazu ein Video vom Banff Centre [Link] welches ihr euch anschauen könnt. Auch wenn es ein wenig sehr euphorisch ist so vermittelt es doch einen guten Eindruck davon was das Banff Centre eigentlich ist vor allem was es so besonders macht. Und ich kenne einige der Leute in dem Video. ;) Tatsächlich komme ich hier mit so einigen Künstlern in Kontakt. Mit machen mehr, mit manchen weniger. An diesem Ort versammeln sich tatsächlich Künstler aus den verschiedensten Bereichen, von den unterschiedlichsten Plätzen der Welt kommend. So habe ich zum Beispiel einen kolumbianischen Komponisten kennen gelernt. Oder Jazz Musiker aus Norwegen, Canada, Australien, Irland etc..

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In Banff und den es umgebenden Rocky Mountains gibt es eine Menge zu erleben. Und zwar wirklich EINE MENGE.

Als Staff- Member habe ich den Vorzug das viele Konzerte und Kunstveranstaltungen umsonst oder sehr günstig sind. Jedes Staff- Mitglied hat somit die Möglichkeit vielen unterschiedlichen Veranstaltungen beizuwohnen wenn es möchte. Es ist allerdings sehr erstaunlich wie wenig manche Mitglieder der Belegschaft diese Möglichkeiten nutzen. Ein Großteil der Leute, die hier arbeiten, gehen abends oft in Nachtclubs und trinken eine Menge Alkohol. Es trifft durchaus zu was ich in einem Wochenblatt gelesen habe: Der durchschnittliche Bewohner von Banff ist 25, kommt aus Australien und hat einen Kater. XD Nachts wird es in Banff ziemlich laut, Betrunkene und Taxen beherrschen die Straßen. Dieses sehr lebendige Nachtleben liegt mir nicht und ich merke immer wieder das mir in Banff auch etwas fehlt: Die Ruhe und Stille der Wälder, das sanfte Rauschen des Baches und das Flüstern des Windes. All dies findet sich allerdings in der Umgebung des kleinen canadischen Städtchens. :) Die Zeit im Yukon war großartig und prägend. Hm, ich glaube ich habe mich noch immer nicht ganz an die Zivilisation gewöhnt. ;P

Ich gehe oft Kanu fahren – und ich genieße es sehr!! Zudem gehe ich oft im Recreation Centre schwimmen (und in die Sauna); in der Sporthalle spielen wir Basketball und Badminton. Ich würde sehr gerne Floor Hockey spielen, doch bisher haben sich noch nicht genug Leute dafür gefunden. Wie sich erahnen lässt gibt es sehr viele Indoor- und Outdoor Aktivitäten und für jeden ist etwas dabei. Ich genieße diese Möglichkeiten sehr – es ist zum Beispiel einfach toll vor der Arbeit eine Runde schwimmen zu gehen.

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Der Mai war im Banff Centre der Jazz Monat. Von der ganzen Welt kamen bereits erfolgreiche Musiker oder solche mit viel Potenzial um von den ganz Großen zu lernen. Etwa jeden zweiten Abend gab es ein Konzert von den Jazz- Musikern – für drei Wochen! Yay! :D Die Bands entstanden mehr oder weniger spontan, manche haben sich erst eine Stunde vor Konzertbeginn getroffen. Die Musik war jeden Abend anders und diese Vielfalt hat dem Ganzen einen bestimmten Flair gegeben. Gespielt wurde im Club (der auch genauso heißt) auf dem Campus. Der Club liegt mitten in einem Gebäude und vermittelt eine typische Keller- Atmosphäre. Eine Bühne, ein paar wackelige Stühle (mit teilweise leicht abgewetztem Bezug), eine Bar. Und Jazz. Ein hervorragender Ort für Jazz- Live Musik!! Meine Photos von einem der Konzerte vermitteln gut die Stimmung im Club. Ich habe einen Großteil der Konzerte gesehen und war sehr sehr glücklich diese Möglichkeit gehabt zu haben! Mit einigen der Jazz Musiker habe ich mich nach den Konzerten oftmals unterhalten und sie waren immer eine Bereicherung im Restaurant. Es ist schwierig zu beschreiben, die Atmosphäre im Banff Centre war für drei Wochen irgendwie „jazzig“. Ich gewöhnte mich daran abends nach der Arbeit zu einem Jazz-Konzert zu gehen und im Club den Tönen der Musiker zu lauschen. Als das Jazz Festival vorbei war war es ganz eigenartig. Für ein paar Tage wirkte das Banff Centre farblos und öde. Der Jazz war eine große Bereicherung. :)

Eine der Jazz- Musikerinnen, die aus Norwegen stammt, hat mich zudem zu einem Gedicht inspiriert. Die Art wie sie Piano spielte hat mich meines Atems beraubt. Erotische Anspielungen und in den Zeilen liegende Doppeldeutigkeiten sind nicht ganz zufällig. Ich werde das Gedicht hier nicht veröffentlichen, doch ich schicke es mit Freude jedem, der es lesen möchte. Schickt mir einfach eine email an windrabe@web.de.

Neben dem Jazz habe ich noch etwas anderes im Mai erlebt, von dem ich ganz und gar begeistert war. Ein Theaterstück: The Erotic Anguish of Don Juan (Die Erotischen Qualen des Don Juan) von „The Old Trout Puppet Workshop“ [Link] (Der alte Forellen- Puppen Workshop….fragt mich nicht warum der so heißt! Aber „trout“ heisst definitiv Forelle. XD). It was hilarious!!!!! Das Stück wurde von vier Schauspielern und einer Hand voll Puppen aufgeführt (die wiederum von den Schauspielern mit Leben erfüllt wurden). Direkt von den Schauspielern verkörpert wurden die folgenden vier Charaktere: The Ghost of Don Juan, The Devil and Two Demonic Minions. Wie der Titel schon verrät handelt das Stück von den Erotischen Leiden des Don Juan und die Geschichte ist einfach wunderbar erzählt. Das Stück begannt in der Hölle, in der Don Juan den Rest seiner Existenz verbringen musste. Wie es dazu kam berichtete sein Geist mit viel Humor und grandiosem Charakterplay. Eine meiner Lieblingsszenen war und ist wie Don Juan mit einer Rose (anstatt eines Degens) gegen die Dreizacke der dämonischen Schergen kämpft. Ein herrliches Bild.

Nach der Vorstellung hatte man die Möglichkeit mit den Schauspielern zu sprechen und ihnen Fragen zu stellen. Das war außerordentlich informativ (und lustig) und nach diesem Artist Talk habe ich durch einen Zufall die Bekanntschaft von einigen netten Leuten gemacht. Mit diesen und einem der Schauspieler bin ich dann in den Pub auf dem Campus gegangen und der Abend erfuhr eine außerordentlich interessante Fortsetzung. Ich habe diesen Abend in all seinen Facetten sehr genossen.

Ich liebe das Theater! :D

Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe wird The Old Trout Puppet Workshop nächstes Jahr wahrscheinlich auch in den englisch- und französisch sprachigen Ländern Europas ihre Stücke präsentieren. Sie werden soweit ich weiß auch in Belgien sein! Für all diejenigen unter euch die Dramatik und Theater lieben: Lasst euch diese Chance umwerfende Komik in prachtvollem, ungewohntem Gewandt zu erleben nicht entgehen! Der beste Weg über die zukünftigen Aufführungen der Gruppe zu erfahren ist den Newsletter auf ihrer Seite zu abonnieren. Enden möchte ich diesen Abschnitt mit Don Juans Worten: „You are a beautiful flower…I love you.“ (das sagte er zu geschätzt vier Frauen im Publikum, oder mehr…..hm wahrscheinlich mehr ;))

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Wo war ich? Ahja! Ich war gerade dabei mich auf dem Campus einzugewöhnen als mich eine freudige Botschaft erreichte. Mein Freund Atsushi, ein Japaner den ich in Muktuk kennen gelernt habe (er ist auch auf einem der Photos des vorletzten Beitrags zu sehen), wollte mich in Banff besuchen. Er hatte sich nach seiner Zeit bei Muktuk ein Motorrad gekauft und reiste damit nun durchs Land. Bilder von abendlichen Gesprächen, Camping und Magic- Bus Besuchen tauchten sofort wieder auf. Einige Tage später ging ich mit großer Freude zu dem vereinbarten Treffpunkt. Und siehe da! Athushi…

…und Melanie? Und Melanie! Ja, die beiden haben sich zufällig (!) in einem Hostel in Vancouver wieder getroffen und beschlossen mich zu besuchen. Das Atshi kam wusste ich, aber Melanies Ankunft war eine große Überraschung. Sie kommt aus Deutschland und hat ebenfalls bei Muktuk gearbeitet. Wir sahen uns die Cave & Basin in Banff an – eine unspektakuläre Höhle, deren Entdeckung aber für die Gründung des Parks entscheidend war. Mit Atsushi war zudem ich Kanu- fahren. Es war sein erstes Mal mit einem Kanu auf dem Wasser und wir hatten eine Menge Spaß. Nach einigen Tagen bekam Atshi Fernweh, schwang sich auf sein (stylisches!) Motorrad und machte sich auf zu den Queen Charlotte Islands an der Westküste. Melanie blieb noch einen Tag länger und machte sich danach auf zum Yukon. Zum Yukon? Da kam sie doch her? Joa, aber es ist ein faszinierender Ort, der eine gewisse Anziehungskraft ausübt. Diese reicht augenscheinlich auch bis nach Banff: Sie arbeitet im Moment in Whitehorse. ;) Ich habe mich über den Besuch der beiden sehr gefreut und die Zeit mit ihnen war großartig!

Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass bald eine weitere große Überraschung folgen sollte. Eine die noch unerwarteter kam (warum nur habe ich das Gefühl das einer meiner Leser ganz genau weiß wovon ich schreibe? XD).

Eines Morgens klopfte es an unserer Tür. Ich war noch am schlafen und langte noch im Halbschlaf nach der Türklinke. „That will be one of the other guys“, dachte ich mir. Doch weit gefehlt. Es war eine Mitarbeiterin von den Staff Accommodations, die mir mitteilte, dass da jemand am Haupteingang auf mich wartet. Darüber war ich sehr erstaunt, denn gewöhnlicherweise wartet niemand am Haupteingang. Die anderen Staff- Mitglieder die ich kenne haben alle einen Schlüssel für das Gebäude, da sie selbst hier wohnen. Wer könnte das sein? Für eine Sekunde hatte ich einen abwegigen Gedanken. Nein, das ist nicht möglich. Er ist in Vancouver. Wie dem auch sei, schnell habe ich mich also angezogen und noch etwas schlaftrunken auf zum Haupteingang gemacht. Und wer stand da breit (sehr breit XD) grinsend in der Tür?

Mein Freund Michael! :) Yay! Er sollte eigentlich laut seinen Blog- Einträgen in Vancouver oder Seattle sein, hat mich aber geschickt eben dadurch getäuscht. Gefakte Einträge, sowas muss ich auch mal machen. ^^ Die Tür wurde aufgerissen, eine stürmische Umarmung und ein Wirrwarr aus Worten, da ich ständig zwischen Deutsch und Englisch hin und her wechselte. Michael in Banff! :) Ich liebe es Menschen zu überraschen und ebenso liebe ich es überrascht zu werden. Und das war eine Überraschung der besonderen Art! Ich lege euch nahe diese Geschichte auch noch mal aus der anderen Perspektive zu lesen: In Michaels (tikurions) Blog, der in meiner Linkliste zu finden ist.

Am selben Tag sind wir auf den Pfaden nahe Tunnel Mountain (der früher von den First Nations Sleeping Buffalo genannt wurde ) gewandert und haben viel geredet. An einem großen Fels hielten wir dann inne. Unter uns rauschte der Bow- River vorbei, vor uns erhob sich der gewaltige Mount Rundle und unsere Blicke schweiften über das breite Bow Valley, welches uns in diesem Augenblick seine ganze Schönheit offenbarte. Und uns wurde etwas klar: Wir waren beide unabhängig voneinander von Europa aus aufgebrochen und nun sehen wir uns hier wieder: Tausende von Meilen von zu Hause entfernt, in einem sonnigen Tal, von Bergen gesäumt.

Seit diesem Tag sind nun grob geschätzt zweieinhalb Wochen vergangen. Michael und ich haben, soweit das mit der Arbeit zu vereinbaren war, einige Tage zusammen verbracht und hatten eine Menge Spaß! Wir waren zum Beispiel ebenfalls Kanu- fahren und haben gemeinsam Sulphur Mountain bestiegen. Von diesen Ereignissen findet ihr auch einige Photos weiter unten in der Galerie. An dieser Stelle noch mal Danke Michi für die kleine Photo- Lehrstunde. ;) Wie lange Michael noch in Banff bleiben wird ist ungewiss – in jedem Fall haben wir noch einige tolle Dinge die wir gemeinsam erleben wollen. :)

Unglaublicherweise haben vor einigen Tagen zwei liebenswerte Menschen von Muktuk mir geschrieben, dass auch sie in Banff auf einen Besuch vorbei schauen. Es mag jetzt so erscheinen als wären hier ständig Leute die mich besuchen würden, über einen größeren Zeitraum gesehen liegt zwischen den einzelnen Besuchen aber doch etwas Raum. Lies und Stijn, meine beiden Lieblings- Belgier sind vorgestern in Banff angekommen. Gestern haben wir uns getroffen und sind zusammen auf Sleeping Buffalo geklettert. Das war schööön. Schon jetzt steht fest das ich in absehbarer Zeit in das idylische Brügge fahren werde um die beiden dort zu besuchen. Morgen werden wir uns wiedersehen und mal schauen was wir so machen. I look forward to it! :)

Mit all diesen netten Menschen habe ich bzw. verbringe ich gerade eine wunderbare Zeit. Es ist ein großartiges Erlebnis solch ihnen immer wieder zu begegnen!

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Zum Abschluss meines Berichtes möchte ich noch auf einige Neuigkeiten den Blog betreffend aufmerksam machen. Zum einen gibt es jetzt auch ein Suchfeld (das eines Tages einfach im Blog auftauchte, keine Ahnung wieso XD) das wir eigentlich ein Finden- Feld nennen sollten. Zudem gibt es immer wieder mal etwas „Trash“, der seinen Weg zwar nicht in die Beiträge aber in den Blog gefunden hat. So zum Beispiel einige Zitate und ein kleines Rezept. *grins*

Außerdem möchte ich euch einen neuen kleinen Blog mit ganz reizenden Beiträgen wärmstens empfehlen: Der Reiseblog meiner lieben Freundin Farina, die seit etwa einer Woche in Äthiopien verweilt und dort ein Praktikum macht. :) Den Link zu dem Blog findet ihr rechts unter Links unter dem Namen „Fines Blog“. Mein schweizerischer Freund Mirco, ohne den dieses Blog in dieser Form nicht existieren würde, hat mittlerweile seine große Amerika- Reise beendet und ist wieder im heimischen Gebirge angekommen. Mirco, es war mir eine große Freude dich so oft (und an so vielen Orten so unvorhergesehen) zu treffen! Wir sehen uns in der Schweiz! :D

So, Tee (Kakao, Kaffee) und Kekse dürften nach diesem langen Bericht aufgebraucht sein. Ich danke euch für euer Interesse. Bis zum nächsten Bericht wird es definitiv keinen ganzen Monat dauern. :) Liebe Grüße!

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Galerie

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Veröffentlicht in Rocky Mountains. 5 Comments »

5 Antworten to “Banff Centre Experiences”

  1. Mirco Says:

    Eeeeendlich! Mein Hunger auf einen nächsten Eintrag von dir wurde endlich gestillt! Top Job! Wie immer hast du sehr abwechslungsreich, ausführlich & mit einer super Wortwahl von all deinen tollen Erlebnissen erzählt! Du solltest über eine Karriere als Schriftsteller nachdenken – das mein ich ziemlich ernst ;) Freut mich natürlich ausserordentlich, dass du viele Freunde wieder getroffen hast, wie es mir scheint bist du prädenistiert für Wiedersehen! Mir gefällt der Smily neben der Suche! Take care, buddy!

  2. Truchseß Says:

    Lieber Sohn,
    Der Vogel ist – was jeder sieht –
    ein Kiefernhäher, süß und lieb.
    Man nennt ihn auch nach dem Entdecker
    (betont in english!) Clark´s Nutcracker.
    Er frisst am liebsten – nein nicht Nüsse –
    ganz ohne Reim, am liebsten Samen.

    (Er stammt aus der Familie der Rabenvögel – paßt also gut zu Dir; http://de.wikipedia.org/wiki/Kiefernh%C3%A4her)
    Ich habe mir – wie von Dir vorgeschlagen – einen Kakao zum Lesen Deines Berichts genehmigt. Gerührt – nicht geschüttelt – und kein Pulverkakao, der verdient ja den Namen eh nicht, sondern einen „echten“ von Bensdorp.

    Mittlerweile habe ich einige Baumführer durchgearbeitet, weil mich manche der von Dir gemachten Aufnahmen nicht in Ruhe lassen. Speziell die rotgefärbten Nadeln – und das mitten im Frühjahr – auf Deinem Blogbeitrag (You are in Bear Country), haben mich einige Zeit beschäftigt. Ich glaube mittlerweile daß es ein abgestorbener Lärchenast ist, denn im Frühjahr nadelt kein Baum Rot!

    Ich finde, daß Du in Deiner Arbeitsuniform sehr gut aussiehst; das kragenlose Hemd und die schwarze Weste. Spitzenklasse. (wie viel kostet das kragenlose Hemd???)

    Schade, daß Du uns – Deiner treue Leserschaft – bewusst die spannensten Storys vorenthältst. Nämlich: das Du die Vorkommnisse -einige Damen mit heißem Tee oder Kaffee zu übergießen usw. – locker toppst. DIE Geschichte möchte ich wohl gar zu gerne hören!!!

    „Die Erotischen Qualen des Don Juan“ interessieren mich sehr. Ich habe noch nie von dieser Inszenierung gehört. Das Don-Juan-Thema wurde von Molina, Moliere, Da Ponte, Grabbe, Horvath, Frisch und Anouilh aufgenommen. Vom Lustspiel bis zum Drama (in der Reihenfolge ihres Entstehens). Ich fand Max Frisch und Jean Anouilh (für mich) am spannendsten. Handelt es sich bei dem Stück um ein eigenständiges Stück oder um die Inszenierung eines Stückes der oben genannten Dichter?

    Weißt Du was ich an Deinen Beiträgen so sehr mag? Du jammerst nie! Du nimmst alles was Dir in Canada begegnet und widerfährt mit Freude und Interesse an; mag es nun leicht sein oder auch mal nervend. Nie haderst Du, sondern nimmst das ganze als Geschenk an und machst das Beste daraus, indem Du selbst Dein Beste gibst. Nämlich Deine Offenheit und Lebensfreude. Deine Einstellung kommt beim Lesen rüber und macht es zum Genuss. Einige in dem Land werden sich glücklich schätzen, daß sie Dir begegnet sind.
    Bei uns ist es mittlerweile warm – manchmal auch heiß – und die ersten Miniröcke sind zu erblicken. Das führt manchmal zu nicht unerheblichen Gefahren im Straßenverkehr (Ich frage mich, wann der Verkehrsminister sie verbietet  )
    Magdalena sagte heute: „Wawa kumt wida; Mama! wann kummt’da wida? Soo lang son nicht da!“ und auch uns fällt es manchmal schwer, daß Du so weit weg bist. Ach was wäre das schön gewesen, wenn Du uns in Deiner Uniform den Kakao selbst serviert hättest. 

    Sonntags liegt wie immer ein leeres Gedeck für Dich mit am Frühstückstisch! So bist Du immer ein wenig in unserer Mitte.
    Wir denken oft an Dich und wünschen Dir alles alles Liebe; inmitten der Berge und Wälder, der Bäume und Vögel und vieler lieber Menschen.
    P.S. Hab mir nochmals das erste Bild angesehen. Du siehst wirklich sehr gut aus. Wir sind ganz hin und weg.

  3. Windrabe Says:

    Ich danke euch beiden für eure bewegenden Worte.

    @ Mirco, ja, ich bin prädestiniert fürs Wiedersehen – insbesondere in Gebirgen und Wäldern bin ich oft anzutreffen. :D

    @ Truchseß: Du kannst dich schon auf meinen nächsten Beitrag freuen, dort wird das Rätsel um den roten Nadelbaum gelüftet. Gestern habe ich mir den Baum und die Umgebung noch einmal genauer angesehen.

    Die Inszenierung des „Old Trout Puppet Workshop“ steht für sich selbst und übernimmt lediglich die Grundidee von Don Juan als größter Liebhaber aller Frauen. Soweit ich weiß handeln die alten Theaterstücke von Don Juan als Lebenden – in diesem Stück jedoch erzählt uns sein Geist von seinem Leben und warum er in der Hölle gelandet ist. Die Inszenierung ist geradezu einzigartig und sehr zu empfehlen!

    Ich bevorzuge Molieres Komödie „Don Juan“, allerdings habe ich bei weitem nicht alle Don Juans gelesen.

  4. Eddy Says:

    Hey Rabanus!
    Freut mich, dass du so eine tolle Zeit hattest bei Muktuk. Planst du eigentlich irgendwann wieder zurückzukehren? Oder könntest du dir vielleicht sogar ein Leben im Yukon als Musher vorstellen? :)

    Ich werd dann demnächst auch Richtung Whitehorse ziehen und hoffentlich bei Muktuk arbeiten^^ Danke für deine super ausführliche Antwort auf meine Email! Du hast mir sehr geholfen und ich bin mir nun komplett sicher, dass cih nach Whitehorse gehen werde. War davor noch bisschen unsicher wegen der Jobsituation und dem doch nicht so recht milden Wintern.

    Ich werd mich dann mal noch melden wenn du nix dagegen hast und berichten wie es läuft :) Machs gut und noch viel Spaß in Canada!

    Danke, danke und thx für deine Mail =)

    Gruß Eddy

  5. Betularivus Says:

    Greetings to travelin´nephew from uncle p. !
    Exactly 30 years ago I visited Canada for the 1st time. Tremendous experience.
    So: enjoy that wonderful country, its marvelous landscape and great people- but be aware: it may happen that you´ll never be able to leave that country completly when you have to return …..

    yours sincerly
    p


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