On the Road

Hallo alle zusammen!

In den letzten zwei Wochen hat sich so manches interessantes zugetragen von dem ich euch nun berichten möchte. Um gleich mit der Tür ins Kartenhaus einzufallen: Seit dem fünften Mai diesen Jahres arbeite ich als Food & Beverage Server (= Kellner) in einem der Restaurants des Banff Centers. Ja, ich habe es endlich geschafft! :) Der Weg dorthin war nicht von der Art wie ich angenommen hatte das er verlaufen würde. Es gab so manche Kurve, die sich nach links wand von der ich dachte sie würde nach rechts verlaufen; und umgekehrt. Im Folgenden berichte ich euch von diesem seltsamen Weg, auf dem ich viele neue Dinge gesehen und einige nette Menschen kennen gelernt habe……und in dem ich in zweieinhalb Tagen fast 17oo Kilometer zurück gelegt habe.

Vorweg möchte ich mich noch bedanken. Bei wem? Bei euch, meinen Lesern! Immer wieder erreicht mich von verschiedensten Seiten außerordentlich positives Feedback (so auch in den Kommentaren) zu diesem Blog, sowohl zum gesprochenen Wort als auch zu den Photos. Ich freue mich immer sehr (!) darüber und es zeigt mir, dass es es wert ist, beim Schreiben und bei der Auswahl der Bilder Sorgfalt walten zu lassen. Vielen Dank also für die netten Worte!

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Die Ereignisse von denen ich nun schreiben werde sind so unverhofft und plötzlich eingetroffen, dass ich über alle Maßen überrascht davon war. Begonnen hat meine kleine Odyssee (die im Vergleich mit den fabelhaften Reisen des ehrenwerten Odysseus eigentlich noch nicht einmal diese Bezeichnung verdienen ;)) damit, dass das HI- Hostel, in dem ich bisher wohnte, keine Plätze mehr für einen Sonntag frei hatte. Somit musste ich mich auf die Suche nach einer neuen Unterkunft begeben. Dabei war ich allerdings nicht alleine unterwegs, denn überraschenderweise ist auch mein alter Freund Mirco in Banff eingetroffen! Yay! Es hat uns beide erstaunt, dass wir uns hier getroffen haben – Canada ist groß und das wir wieder zur selben Zeit am selben Ort waren war schon sehr erstaunlich. Vor allem, da wir dieses Zusammentreffen nicht im Mindesten geplant hatten! Mirco ist leider auch genauso schnell wieder abgereist wie er angekommen war (Mirco, du hättest ruhig ein wenig länger bleiben können ;)). Wir haben eine nette Wanderungen zusammen mit einigen anderen Leuten aus dem Hostel zum Sundance Canyon gemacht und einen angenehmen Tag miteinander verbracht, der aber irgendwie viel zu kurz war.

In Banff waren bis auf das Samesun Hostel alle Budget- Unterkünfte belegt. Ich hatte also keine große Auswahl. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass ich am nächsten Tag in einem Auto zusammen mit drei lustigen Koreanern auf dem Weg nach Vancouver sitzen würde.

Was?? Ja, ihr habt richtig gelesen! Noch am selben Tag machte ich die Bekanntschaft von Han Su, Ju und Gü En Te, drei Koreanern, die über das Wochenende die Rocky Mountains besuchten. Das Gespräch drehte sich um westliche und koreanische Kultur und war höchst spannend. Noch am selben Abend lernte ich ein bisschen koreanische Schriftzeichen und es stimmt was Han Su sagte: Das koreanische Alphabet lässt sich in grob geschätzt 12 Stunden vollständig erlernen. Man weiss dann zwar noch nicht was die Worte bedeuten, welche man da gerade liest, aber man kann es zumindest aussprechen. ;) Der Abend war sehr nett; am Ende stellte sich heraus das die drei am nächsten Tag über Japser zurück nach Vancouver fahren würden. Sie hatten ein Auto gemietet. Da es nicht so ausssah als würde sich das Banff Centre noch melden und ich ein wenig gelangweilt vom langen Warten war habe ich ohne große Umschweife gefragt ob ich mich den dreien anschließen dürfte. Ich war begeistert von diesem spontanen Entschluss und noch mehr freute ich mich als sie ohne zu zögern zustimmten!

Am nächsten Morgen waren wir dann auf dem Weg nach Vancouver. :D Die Fahrt war großartig, geprägt von spannenden Gesprächen und haufenweise Witzeleien. Die drei hatten einen tollen Humor und wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Das Wetter war uns zudem wohlgesonnen und dieser Abschnitt des Trans- Canada- Highway 1 (später dann der Highway 93), den wir fuhren, gilt als eine der schönsten Strecken Canadas. Und führwahr, das ist er auch! Geduldig schlängelt er sich durch das Tal, vorbei an hohen Bergen und weißen Gletschern. Er hat mich ein bisschen an den Alaska Highway erinnert, der ebenfalls eine der eindrucksvollsten Straßen des Landes darstellt. Auf dem Weg nach Jasper haben wir nicht nur Bergziegen gesehen, sondern auch die Sunwapta und die Athabasca Falls. Beeindruckende Wasserfälle, die nahezu direkt neben dem Highway liegen! Jedem der die Rocky Mountains besucht lege ich sehr nahe auf dieser Straße bei Sonnenschein durch den Nationalpark zu fahren – es lohnt sich!

In Jasper haben wir eine kleine Wanderung im Maligne Canyon gemacht und waren lediglich für ein paar Stunden in der Gegend. Dann fuhren wir Richtung Westen weiter durch den Mt Robson National Park nach Vancouver. Wir erreichten unser Ziel gegen Mittag des nächsten Tages. Übernachtet haben wir auf irgendeinem Parkplatz (keine Ahnung wo genau…^^) neben dem Highway im Auto. XD Diese von Spontanität geprägte Fahrt war ein wahres Vergnügen!

Han Su, Ju und Gü En Te waren sehr freundlich und haben mich direkt vor der Tür des Youth Hostels in Vancouver abgesetzt. Eigentlich hatte ich geplant in Vancouver oder alternativ dem nahen Victoria eine Weile zu bleiben. Doch es sollte anders kommen. Meine Zeit in der multikulturellen Stadt war kurz und ich habe dort lediglich den weithin bekannten Public Market auf Granville Island besucht, was ich bei meinem ersten Besuch in der Stadt versäumt hatte. Ein überaus lohnender Besuch – auch wenn das Fish & Chips Restaurant (von Lonely Planet empfohlen ;)), bei dem es sich eher um eine ebenso abgefrackte wie einladende Imbiss- Bude handelte, an genau dem Tag als ich dort war nicht geöffnet hatte. Schade, die Fish & Chips sollen die besten der Stadt sein. Die Aussicht war überaus nett und ich habe eine schöne Galerie gesehen. Allerdings nur von außen, da auch diese unvorhergesehenerweise an diesem Tag geschlossen hatte. *gruml* Exklusive Besucher *gruml*. ;) Zum Glück hatte selbige große Fenster, sodass ich einige der Austelluingsstücke durch diese hindurch betrachten konnte. Ein schöner, erholsamer Tag, an dem ich mich pudelwohl fühlte – wieder in Vancouver, diesmal mit schönem, leicht sonnigen Wetter und einem ganzen Rucksack voller Ideen was ich die nächsten Wochen unternehmen könnte.

Am nächsten Tag erreichte mich dann eine email vom Banff Centre, in der ich zu einem Interview eingeladen wurde. Ich war erstaunt, irritiert und hatte generell im ersten Moment keine Ahnung was ich davon halten sollte. Es war großartig und idiotisch zugleich. Ich hatte das Gefühl irgendwer oder irgendwas erlaubt sich gerade einen Spaß mit mir. Vor allem galt es jetzt eine rasche Entscheidung zu treffen – denn im Fall eines Interviews wollte ich das Banff Centre ungern warten lassen. Ich wusste die ersten Minuten nachdem ich die email erhalten hatte nicht was ich tun sollte…..ich war ein wenig verwirrt. Daher entschloss ich mich das einzige zu tun was mir in dieser Situation einfiel: Sich einen ruhigen Ort zu suchen und nachzudenken. Und so tat ich eben dies. Einige Zeit später stand mein Entschluss dann fest: Ich würde zurück nach Banff fahren, auf dem schnellst möglichen Wege und versuchen den Job zu bekommen! Noch am selben Abend saß ich in einem Greyhound Bus der mich praktisch über Nacht nach Banff brachte. So kam es also, dass ich wieder in den Rocky Mountains verweile, obwohl ich diese erst zwei Tage zuvor verlassen hatte. So viel zu meinem Rucksack voll mit Ideen für Vancouver und Umgebung. XD

Schlagen wir nun den Bogen zurück zu dem Beginn meines Berichtes. Seit etwa einer Woche arbeite ich als Kellner im Banff Centre. Ich bin gerade dabei mich einzuleben und lerne jeden Tag neue Menschen kennen. Die Arbeit macht mir großen Spaß und die Leute die ich treffe sind (fast) alle sehr nett. Das Banff Centre ist gut mit einer kleinen Universität zu vergleichen und es gibt auch Staff Unterkünfte auf dem Gelände, in denen ich seit Anfang Mai wohne. Das Leben und die Arbeit an diesem Ort bieten zweifelsohne viel Stoff für neue Erzählungen. Was genau meinen Arbeitsbereich umfasst, was ich in dem Banff Centre alles erlebe und was es sonst Neues gibt…..

…..wird in meinem nächsten Bericht zu lesen sein. XD

An dieser Stelle beginnt sozusagen ein neues Kapitel meiner Canada- Reise. Blättern wir also um und schauen was uns auf den nächsten Seiten erwartet! Liebe Grüße an euch alle zu Hause und viel Spaß beim Anschauen der Photos! :)

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Zum Abschluss noch einen Hinweis auf eine kleine Neuerung im Blog: Auf der rechten Seite findet ihr jetzt einige Links zu meiner Meinung nach interessanten Webseiten. Wenn ihr mit der Maus für einen Moment auf dem Link innehaltet, wird angezeigt, worum es sich bei diesem im Detail handelt. So muss man die Links nicht mehr in den Beiträgen suchen. ;)

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Galerie

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