Cypress Mountain

Mit jedem neuen Tag den ich Vancouver verbracht habe hat mich die Stadt aufs neue überrascht und fasziniert. Es ist viel los und so finde ich jetzt erst die Muse hier den Bericht niederzuschreiben der mir schon lange im Kopf rumgeistert. Und es wird Zeit – es gibt schließlich noch eine Menge anderer Dinge zu erzählen! ;) Also, heute möchte ich euch von Cypress Mountain berichten, auf dessen Gipfel ich am 17. Januar stand.

An diesem Tag haben Mirco – mein Zimmergenosse aus der Schweiz – und ich beschlossen dem bekannten Berg in unmittelbarer Nähe Vancouvers einen Besuch abzustatten. Ich möchte euch an dieser Stelle sehr Mircos Blog [Link]
empfehlen! Auch wenn sein geschriebenes Schweizerdeutsch manchmal ein bisschen schwer zu verstehen ist sind die Bilder große Klasse – insbesondere die Teleaufnahmen!

Mit großer Freude haben wir uns also auf den Weg gemacht. Cypress Mountain ist insgesamt etwa 30 Minuten von Vacncouver Downtown entfernt und somit bei den Menschen aus der Stadt sehr beliebt. Was genau wir auf dem Berg eigentlich machen würden wussten wir auch nicht so genau. Möglichkeiten gibt es auf Cypress Mountain genügend: Von Snowboard- und Skifahren bis hin zu Schneeschuhwandern oder einfach nur die Aussicht genießen ist für jeden etwas dabei. Mit dem Seabus haben wir das Burard Inlet überquert und dann ging es mit dem absolut überteuerten Cypress Shuttle (auch ein Bus) hinauf auf den Berg. 20 $ für die Hin- und Rückfahrt fanden Mirco und ich deutlich zu teuer. Am Anfang waren wir uns nicht sicher ob es die Kosten für das Shuttle und die anderen Busse wert waren was wir dort oben erleben würden. Doch dann wurden unsere vorübergehenden Zweifel hinweggeblasen wie der Schnee auf den Tannen im Sturm.

Warum dachten Mirco und ich zuerst es könnte nicht so umwerfend werden wie es dann doch wurde? Nun ja…wenn man oben im Skigebiet angekommen ist sieht man vor allem eines: Touristen. Okay, es waren mitnichten alles Touristen. Cypress Mountain ist bei den Einheimischen generell sehr beliebt. Aber es waren doch eindeutig zu viele Menschen hier oben nach unserem Geschmack. Uns war klar das Snowboarden und Skifahren unser Budget um ein vielfaches übersteigen würde. Wir entschlossen und ein Stück weit den Berg herunter zu dem Schneeschuh- Gebiet zu laufen. Auf dem Weg sind wir die Straße entlanggelaufen, die zur Hälfte aus Parktplätzen bestand. Wenn man die parkenden Autos weg nehmen würde dann hätte man eine sage und schreibe mindestens vierspurige (!) Straße den Berg hoch. Das ist groß…

Auf der Karte sah das Schneeschuhgebiet sehr schön aus – mitten drin im Wald lagen zwei Seen, die Mirco und ich gerne sehen wollten. So haben wir uns rasch ein Ticket besorgt und wollten uns dann in unseren Bergschuhen auf den Weg machen. Doch…nix da! „Only with Snowshoes.“ Klar. Und die müsste man sich auch noch ausleihen. Mirco und ich sahen uns an und uns war beiden klar – wir zahlen beide nicht knapp 18 $ nur um durch ein schneebedecktes Waldgebiet wandern zu können! Zum Glück konnten wir die Karten bei der sehr netten und [hier könnt ihr einfügen was ihr denkt was hier stehen könnte ;)] Bedienung abgeben. Und heya! Es gibt genau einen Pfad den man auch gehen kann ohne zahlen zu müssen! Und dieser Pfad führt genau auf die Hollyburn Peak, den Gipfel neben Cypress. Und nun begann der Teil des Tages der uns förmlich den Atem raubte. In vielerlei Hinsicht. ;)

Mit großer Zufriedenheit habe ich festgestellt das sich meine Bergschuhe – deren Erwerb ja sehr lange gedauert hat und voller Hindernisse war – auch im tiefen Schnee bewährt haben. Der Weg hinauf war herrlich. Schnee! Endlich Schnee! Nein das kam nicht richtig rüber. SCHNEE!! ENDLICH SCHNEE!!! :D Natürlich konnte ich es nicht lassen ein paar Mal neben dem Weg zu gehen – und versank meistens prompt mit einem Fuß sehr tief im Weiß. Zur fortwährenden Belustigung meines Gefährten. :) Wir beide hatten auf dem Weg nach oben echt viel Spaß. Die einzigen waren wir nicht – den meisten Leute denen wir begegnet sind sah man an das sie aus der Gegend sind. Und nahezu alle hatten Schneeschuhe. Ich gebe zu an der ein oder anderen Stelle weiter oben am Berg wären diese praktisch gewesen, es ging aber auch ohne. Mit unseren Kameras sahen Mirco und ich wohl noch am ehesten wie Touristen aus.

Nach etwa zwei Stunden sind wir dann auf dem Hollyburn Peak angekommen…und es war unglaublich! Die Aussicht auf die Berge ringsherum und das Meer aus Nebel unter uns. Die Wolkenkratzer von Downtown ragten in der Ferne aus dem Nebel heraus und erschienen irgendwie unwirklich. Nie zuvor habe ich so etwas gesehen! Es ist wie wenn man auf einer Insel steht, die mitten hoch oben in den Wolken schwebt!!! Ein nettes kanadisches Paar hat uns die Berge der Umgebung (unter anderem die Lion Mountains) erklärt. Mittelgroße Vögel fraßen einer Kanadierin aus der Hand. Raben krächzten laut und machten uns klar, dass wir hier zwar noch in menschlichem Territorium sind, aber auch nur so halb…

Natürlich waren Mirco und ich nahezu die letzten auf dem Gipfel und dem Berg. Solange die Sonne schien war es so warm, dass wir im T-Shirt rumlaufen konnten. Im T-Shirt im Schnee – einfach geil! Unten in Vancouver Downtown ist es um ein vielfaches kälter gewesen. ;)Als die Sonne sich niedersenkte haben auch wir uns dann auf den Rückmarsch gemacht; nicht ohne ein paar Photos zu machen. Ich bin die Hälfte des Berges runtergerutscht. :D Great Fun! Zum einen auf meiner gefütterten Hose und zum anderen auf einem Müllsack, den mir eine Kanadierin beim runtergehen angeboten hat! Kanadier….so zuvorkommend….! Und wie sie so schön sagte: „There’s nothing better than a simple garbage bag!“ Da wir nicht lange auf den Bus warten wollten haben Mirco und ich uns zu einem außergewöhnlichen Schritt entschlossen……für uns jedenfalls außergewöhnlich. HitchHiking! Das war für uns beide mehr oder minder das erste Mal und tatsächlich hielt nach kurzer Zeit ein Auto um uns mit nach Vancouver zu nehmen. Die Fahrt war sehr schön – der freundliche Fahrer ist früher selber oft per Anhalter gefahren und hat uns daher mitgenommen. :D Auf dem Weg haben wir uns viel mit ihm unterhalten und er hat uns von seinen Reisen erzählt.

Da waren wir also! Nach einem wundervollen Tag zurück in Vancouver. Selbigen haben wir mit einem sehr leckeren Döner abgeschlossen. Geht es noch besser? Also an alle die eventuell noch nach Vancouver kennen (ich kenn da so einen ;)). Geht nach Cypress Mountain!!!

Und achja, seit ich dort oben war weiss ich auch, dass man Kinder mit Karabinern super herumschleppen kann. ;)

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Noch eine Sache den Blog an sich betreffend: Bitte schaut genau nach das ihr den Text kommentiert, nicht eines der Bilder! Sonst muss ich die von den Bildern zu dem Bericht umsetzen was recht umständlich ist. Keine Ahnung wo ich das umstellen kann, vielleicht gibt es beim freien WordPress dafür…

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Galerie

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Veröffentlicht in Vancouver. 3 Comments »

3 Antworten to “Cypress Mountain”

  1. Michael Says:

    5 Kommentare zum ersten Bericht? Auf Neudeutsch gesagt frage ich da ganz frei: Was geht?! Trotzdem immer noch rote Schrift *puff, puff*. Da schnapp ich mir zum zweiten Beitrag doch mal den ersten Kommentar.

    Deine Berichte lesen sich wirklich schön (… Arion XD)! Auch einige der Bilder gefallen mir. Geben einen schönen Eindruck von der Landschaft und das generelle Gefühl. Ich glaub‘ ich hab‘ dich selten so strahlen sehen! Ja, ich nehme mir raus das einschätzen zu können :P!

    Das mit deinen Stiefeln freut mich sehr. Ich bin verlockt zu sagen „Was lange währt, wird endlich gut!“

    So viele Details auf die man eingehen könnte! Dein Rucksack sieht so leer aus! Ist das dein Daypack? Ja, hitchhiken macht Spaß :P! Und ich bin immer noch neidisch. Wenn ich dir hinterherkomme! Wart bloß ab du :P.

    Weiterhin alles Gute und Danke für all die Aufmerksamkeiten! Freu‘ mich schon auf Beitrag Nr. 3.

  2. Miriel Says:

    Lieber Cousin!

    Ich habe noch nicht viel gelesen, von deinem Tagebuch, aber die Photos hab ich mir mal angeschaut.
    Herrlich und immer ein typischer „Mitterecker“-Fantasie Beitrag (…Avalon…) XD

    Ich freu mich sehr für dich, auch wenn ich ein wenig neidisch bin, aber das ist jetzt wahrscheinlich jeder, der die auf den Photos sieht und die wunderbare Landschaft.

    Genieß die Zeit und machs gut…..

    Man hört, oder ließt voneinander….

    In Umarmung
    Dein Cousin
    Miriel

  3. Truchseß de Austria Says:

    Da meint der Unbedarfte nun, Du würdest noch Rodeln und Dich mit Deinen Namensvettern Treffen am Grab des Königs, und dabei bist Du schon weitergezogen, tief in eine Flußschleife hinein, wo nicht mal mehr Pfeffer wächst, und der Fuchs tatsächlich Gute-Nacht sagt.

    „Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest
    uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.“ ,
    so schrieb uns Herr Schiller
    – etwas unkorrekt allerdings, denn Gesetz hatte nicht befohlen zu liegen, ja nicht einmal zu Kämpfen hatte es befohlen, vielmehr war da gar kein Gesetz im Spiel, sondern eine toternste war dies, eine freiwillige Sache, eines kleinen spartanischen Truppenteils unter Führung des spartanischen König Leonidas , die beschlossen hatten den Thermopylenpass bis zum letzten Mann gegen die nachrückenden Perser zu halten. Und auch dieses Halten war keine Entscheidung aller zum Tode geweihter sondern einzig die des Königs Leonidas alleine, was uns nur allzugut aus der Geschichte bis zur Jetzt-Zeit ja hinlänglich bekannt ist – daß der Höchste etwas befiehlt, aber die Niederen es sind, die dann zum Liegen kommen.
    Was hat das mit Dir zu tun? – Fast nichts ¬– es fiel mir nur ein, weil ich schreiben wollte:
    „Wanderer, Roter Rabe Du, kommst Du nach Muktuk, so kommst Du auf den Hund“.
    Und das genau wünschten wir Dir in den vergangenen Wochen von Herzen – wenn auch nicht im Sinne des Sprichwortes, sondern um Deiner Hingabe zu sibirischen und Alaska Huskys.

    Bist also nun auf die Hunde gekommen; die ein-blau-äugigen wolfsähnlichen, die, zu denen das Wort Zucht so gar nicht passen will.
    127 laufen dort – laut der Internetseite – und wir hoffen von Herzen, das Dir mindestens 254 dieser Augen tief in die Seele fahren und Dir alles archaische was noch in uns schlummern mag – trotz aller Geschirrspüler, Radiowecker und IPods dieser Welt – ans Licht und in die Mondnacht bringt.
    Das Leuchten Deiner Augen ist auf den Photos jetzt schon gut zu sehen, und bist jetzt schon eine lebhafte Werbung für dieses Land Kanada.
    Von Magdalena Rahel, von Merle und Undine, von Freiya, Solveig und Iris und von mir unsere liebevollsten Gedanken.

    Und wer es noch nicht weiß; da bist Du also gerade: http://www.muktuk.com/index.php


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