Raues Land im Hohen Norden

Auf dieser Reise gibt es viel zu sehen und zu erleben. Meine fünf (sechs?) Sinne erfreuen sich an den kaum zusammen zufassenden Eindrücken. Insofern verbringe ich natürlich verhältnismäßig wenig Zeit damit Beiträge für den Blog zu schreiben – ja und so kommt es das die Kommentare an Aktualität die Beiträge überholen. ;) An sich hatte ich vor in einem Eintrag noch ein bisschen von meiner Zeit in Vancouver zu erzählen und dann im nächsten auf meinen neuen Aufenthaltsort einzugehen. Nun denn! Hier gibt es jetzt beides in einem!

Insgesamt habe ich in Vancouver etwas mehr als eine Woche verbracht. Ich habe mir die Stadt angesehen, mit Kanadiern gesprochen und heiße belgische Schokolade in Cafés genossen. Je länger ich dort verweilte desto öfter begannen sich meine Gedanken um die Fragen „Wo reise ich als nächstes hin?“ und „Wie finde ich jetzt einen Job?“ zu drehen. Schnell ist mir klar geworden, dass ich nicht mehr lange in Vancouver bleiben und dementsprechend hier auch keinen Job suchen würde. Die Stadt ist toll, keine Frage, aber es ist dennoch – wie ich schon einmal erwähnt habe – nicht die richtige Jahreszeit. Der Sommer soll hier wesentlich schöner sein und die Menschen und somit auch die Stadt leben dann richtig auf. Da ich zudem nur acht bis zwölf Monate zur Verfügung habe, wollte ich den Winter nicht in Vancouver verbringen wo der Winter eher nebelig und regnerisch ist. Auch wenn ich bisher kaum Regen gesehen habe, dafür umso mehr Nebel. Schnee! Mehr Schnee! Mehr Gleißendes Weiß! Natürlich könnte ich in Vancouver bleiben und oft auf die Berge hinauf fahren, aber das ist nicht das gleiche wie ein ganzer schneebedeckter Landstrich. Einige Zufälle und Gespräche brachten mich zu einem Ort dessen Name schon auf seine Lage hindeutet….

Whitehorse. Die Hauptstadt des Yukon liegt weit hoch im rauen Norden Kanadas in der Nähe von Alaska. „In der Nähe“ nach kanadischen Verhältnissen – also immer noch recht weit. ;) Es wird kalt, seht kalt und dort liegt Schnee, viel Schnee! Von einem Kanadier, der gerade aus Whitehorse kam, habe ich dann von einem kleinen heimeligen Hostel dort erfahren. Hinzu kam, dass es dort oben im Winter viele Jobs gibt, da viele Einheimische in dieser Zeit in den warmen Süden ziehen.

Dann entsann ich mich wieder eines alten Traumes, der immer noch bis jetzt fortlebt. Die Aurora Borealis, die Nordlichter! Von Whitehorse aus kann man sie sehen und voller Begeisterung fasste ich also den Entschluss in den Hohen Norden zu ziehen! Und vielleicht treffe ich dort oben auch einen derjenigen die ich suche – einen Stammesangehörigen der First Nation, der Ureinwohner von Nordamerika. Heya dem Wind entgegen!

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Erst ein, zwei Tage zuvor ist Mirco auch nach Whitehorse geflogen um von dort aus seine Husky Tour zu starten. Die andere Möglichkeit so weit in den Norden zu gelangen ist mit den Greyhounds zu fahren. Das Reisen mit dem Greyhound soll an sich schon ein Erlebnis sein. Und jetzt nachdem ich nahezu zwei Tage in einem solchen verbracht habe kann ich dem nur zustimmen! 26oo Kilometer, über Gebirge, durch Wälder, dem Verlauf von Flüssen folgend und schließlich auf den legendären einsamen Alaska Highway! Auf der Fahrt habe ich neben einem Flussotter und einem riesenhaften Uhu auch meine ersten kanadischen Elche (Moose, ey!) gesehen!!! Der Bus musste sich die Fahrbahn mit einer Herde (!) Bisons teilen und immer wenn der Busfahrer fast stoppte wusste man: „Ah, ein Reh oder ein Karibu ist auf der Strecke.“ Kanadische Bergziegen begutachteten uns skeptisch im Vorbeifahren. Viele Tiere hat man nur schemenhaft gesehen, da es früh dunkel wurde und wir auch viel in der Nacht gefahren sind. Auf der Fahrt habe ich Guillaume kennen gelernt, einen leicht abgefreakten und netten Franzosen der ebenfalls nach Whitehorse und in dasselbe Hostel wie ich wollte. Aber nicht nur mit ihm habe ich gesprochen – natürlich (wie könnte es auch anders sein ;)) gab es wieder interessante Gespräche mit Kanadiern. Diesmal war der Anlass meine Lumix FZ 28; einer der Fahrer war selbst Photograph und so kam man dann ins Gespräch. Kurz darauf waren wir zu dritt und ich unterhielt mich mit einer jungen Frau aus Edmonton. Und noch etwas später hielt ich dann eine email- Adresse in Händen mit dem Angebot verbunden sie zu besuchen wenn ich mal nach Edmonton komme. Anstatt vieler Worte stellt euch mein Grinsen vor. :D Die Reise war also sehr schön, aber dennoch auch anstrengend. Erwähnenswert sind noch die typischen abgelegenen Raststätten an den Highways wie man sie aus amerikanischen Filmen kennt. Sie kamen mir vor wie die letzten Außenposten der Zivilisation in diesem kalten und rauen Land. Nach zwei Tagen im Bus waren wir dann endlich da. Jetzt hieß es zunächst einmal warten – das Youth Hostel machte erst um 8 Uhr morgens auf und wir waren schon um halb 4 Uhr nachts da. So habe ich dann Tim kennen gelernt. Tim verkauft recht miese heiße Schokolade und mäßigen heißen Café. Da war ich aus Vancouver aber anderes gewohnt! Also Tim Burton war nicht gut. Dafür aber der Rest von Whitehorse. Ein kleines Städtchen von etwa 23.ooo Einwohnern im Sommer das man in einer guten halben Stunde durchschritten hat. Guillaume und mir kam am Morgen der Marsch durch den hohen Schnee bei -35 C° mit unseren normalen Klamotten die wir auf der Busfahrt trugen ziemlich lang vor. Nachdem wir uns durch die Kälte durchgekämpft hatten waren wir dann am Ziel.
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Uuuuuund hier kommt sie! Hi Nancy – Hi Bus Bunnies! o_O Bus…Bunnies? Ja so nennt Nancy, die überaus freundliche, nette und liebenswerte Hostel- Verwalterin die Leute, die per Greyhound in Whitehorse ankommen und die dann in der Regel extrem früh vor ihrer Tür stehen. Also auch uns. XD Das Youth Hostel hört auf den Namen „The Beez Kneez Bakpakers“ und bekommt von mir alles nur verfügbares Lob das man einem Hostel geben kann!! Ich habe leider nicht so viele Photos gemacht wie ich geplant hatte, doch die wenigen dürften schon erahnen lassen WIE GEMÜTLICH es dort war! Man nehme ein gemütlich eingerichtetes, sauberes Haus, nehme ein paar nette Leute die darin leben, füge einen witzigen Namen hinzu und schon hat man Beez Kneez! Grandioses, man fühlt sie wie zu Hause. Und tatsächlich wohnt Nancy auch selbst in einem mehr oder weniger separaten Bereich des Gebäudes – die Räume sind von einer positiven, hellen Lebendigkeit erfüllt. Und wenn jemand etwas probieren möchte was an Unmöglichkeit grenzt, der versuche alle Bienen im Hostel zu zählen. Die Küche ist nahezu tapeziert mit Dankes- Postkarten und jede Biene (egal ob Stofftier, gebastelt oder gezeichnet etc.) ist ein Geschenk an das Hostel! Ich habe die Zeit im Beez Kneez sehr genossen und ich möchte es jedem wärmstes ans Herz legen dort zu übernachten wenn man mal in Whitehorse ist.

Die Stadt selbst ist nicht sonderlich spektakulär. Vergebens versuchten Guillaume und ich eines nachts die Nordlichter zu sehen. Ich bin aber denke ich noch lange genug im Yukon um sie zu sehen. Ein Highlight waren die von mir und Guillaume selbst gemachten Poutine [Link], eine der ganz wenigen kanadischen Spezialitäten, welche ursprünglich aus dem Osten des Landes kommt. Die Basis besteht aus fränzösischen Pommes mit einer speziellen Bratensoße und Käse. Man kann noch alles mögliche dazu geben, in unserem Fall Hackfleisch. Es schmeckte mindestens so gut wie es eklig aussah. ;)

In den Beez Kneez konnte ich nur bis zu einer Woche bleiben. Ich musste mich also sehr beeilen einen Job zu finden. In der Tat gab es in Whitehorse viele Jobs aber nichts sagte mir wirklich zu. Irgendwie wollte ich immer noch probieren auf eine Husky Farm zu kommen. Davon gibt es hier einige, allerdings haben nicht alle davon freie Stellen. Hinzu kam erschwerend, dass ich nicht zu einer deutschen Farm wollte, da ich hier schließlich auch mein Englisch verbessern möchte. Ich habe mich bei einer Farm gemeldet und hätte dort für eine Woche arbeiten können, was mir aber zu kurz war. Auf Nancys Tipp hin habe ich dann es dann einfach mal bei Muktuk Adventures [Link]
probiert, der größten Husky Farm hier. „Probiert“ bedeutet in diesem Fall, dass ich ihnen schlichterweise nur eine email geschickt habe, die sich auf „Hallo, ich bin Rabanus Mitterecker, mache gerade Work und Travel und wollte schon immer mal was mit Huskys machen – habt ihr einen Job für mich?“ reduzieren lässt. Und Whuja! Sie hatten tatsächlich einen Job frei! Erst danach habe ich im Internet ihre Anzeige gesehen. ;) Der Job umfasst Tätigkeiten in der Küche ebenso wie Putzen und den Gästen behilflich sein. Grob gesagt also alles im Haus – man hat man mir aber auch gesagt das ich draußen mit den Hunden arbeiten kann wenn wieder etwas ruhiger wird. Am 14. Feburar startet hier in Whitehorse das größte Schlittenhundenrennen, das Yukon Quest, und alle Musher haben dann hier sehr viel zu tun. Nach ein paar emails kam ich dann ganz schön ins Schwitzen – ich musste ein englisches Resumé (= Lebenslauf) schreiben. Das war gar nicht so einfach. Ich war unglaublich nervös als es dann am nächsten Tag hieß „Muktuk hat für dich angerufen.“. Ich habe mich gedanklich schon auf ein Telephon- Interview vorbereitet und mir sogar Stichpunkte für Antworten aufgeschrieben. Gott war ich nervös.^^ Mit ein bisschen Stolz schreibe ich hier das ich mich gegen etwa 3o Mitbewerber aka Konkurrenten durchgesetzt habe. Einer meiner großen Vorteile war wohl das ich schon in Whitehorse war und nicht erst anreisen musste. Und ich denke das auch die Erwähnung meiner Arbeit in Griechenland bei einer Umweltgruppe sehr hilfreich war. :)

So sitze ich hier auf einem Sofa inmitten eines großen Holzhauses. Wenn ich vor die Tür gehe dann blinken 127 Augenpaare in der Dunkelheit auf. Frank Turner, der bei allen (!) bis auf einem Yukon Quest- Rennen dabei war seit dieses gegründet wurde ist ein extrem netter Kerl. Er erinnert mich total an Gimli – er hat den Bart, das Lächeln, die Nase und die Größe. Und das ist durch und durch liebenswert gemeint. :) Die Leute hier mit denen ich zusammen arbeite sind auch sehr nett und die Umgebung traumhaft. An die Kälte in der kleinen Hütte in der ich schlafe muss ich mich aber wohl erst noch gewöhnen. ;) Ich weiss nicht wie lange ich hier bei Muktuk bleibe – vielleicht zwei bis drei Monate. Und in dieser Zeit werde ich wohl auch etwas über Hundeschlitten und vor allem die Huskys lernen. Und hoffentlich werde ich auch einmal mit einem Schlitten fahren. :D Also noch einmal an alle: Ich habe meinen ersten Job in Kanada gefunden! Und er entspricht ziemlich genau dem was ich machen wollte als ich hier hin flog!

Hui, der Beitrag ist wieder sehr lang geworden. Ich möchte euch noch für eure netten Kommentare danken. Also: Danke. :) Ich werde demnächst wohl eher weniger schreiben, da ich hier recht beschäftigt bin. Insofern:

Jiiiiiiiiha! (Kampfschrei der Musher^^)

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Hier noch ein paar Photos aus Vancouver und einige Impressionen von Whitehorse. :)

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Cypress Mountain

Mit jedem neuen Tag den ich Vancouver verbracht habe hat mich die Stadt aufs neue überrascht und fasziniert. Es ist viel los und so finde ich jetzt erst die Muse hier den Bericht niederzuschreiben der mir schon lange im Kopf rumgeistert. Und es wird Zeit – es gibt schließlich noch eine Menge anderer Dinge zu erzählen! ;) Also, heute möchte ich euch von Cypress Mountain berichten, auf dessen Gipfel ich am 17. Januar stand.

An diesem Tag haben Mirco – mein Zimmergenosse aus der Schweiz – und ich beschlossen dem bekannten Berg in unmittelbarer Nähe Vancouvers einen Besuch abzustatten. Ich möchte euch an dieser Stelle sehr Mircos Blog [Link]
empfehlen! Auch wenn sein geschriebenes Schweizerdeutsch manchmal ein bisschen schwer zu verstehen ist sind die Bilder große Klasse – insbesondere die Teleaufnahmen!

Mit großer Freude haben wir uns also auf den Weg gemacht. Cypress Mountain ist insgesamt etwa 30 Minuten von Vacncouver Downtown entfernt und somit bei den Menschen aus der Stadt sehr beliebt. Was genau wir auf dem Berg eigentlich machen würden wussten wir auch nicht so genau. Möglichkeiten gibt es auf Cypress Mountain genügend: Von Snowboard- und Skifahren bis hin zu Schneeschuhwandern oder einfach nur die Aussicht genießen ist für jeden etwas dabei. Mit dem Seabus haben wir das Burard Inlet überquert und dann ging es mit dem absolut überteuerten Cypress Shuttle (auch ein Bus) hinauf auf den Berg. 20 $ für die Hin- und Rückfahrt fanden Mirco und ich deutlich zu teuer. Am Anfang waren wir uns nicht sicher ob es die Kosten für das Shuttle und die anderen Busse wert waren was wir dort oben erleben würden. Doch dann wurden unsere vorübergehenden Zweifel hinweggeblasen wie der Schnee auf den Tannen im Sturm.

Warum dachten Mirco und ich zuerst es könnte nicht so umwerfend werden wie es dann doch wurde? Nun ja…wenn man oben im Skigebiet angekommen ist sieht man vor allem eines: Touristen. Okay, es waren mitnichten alles Touristen. Cypress Mountain ist bei den Einheimischen generell sehr beliebt. Aber es waren doch eindeutig zu viele Menschen hier oben nach unserem Geschmack. Uns war klar das Snowboarden und Skifahren unser Budget um ein vielfaches übersteigen würde. Wir entschlossen und ein Stück weit den Berg herunter zu dem Schneeschuh- Gebiet zu laufen. Auf dem Weg sind wir die Straße entlanggelaufen, die zur Hälfte aus Parktplätzen bestand. Wenn man die parkenden Autos weg nehmen würde dann hätte man eine sage und schreibe mindestens vierspurige (!) Straße den Berg hoch. Das ist groß…

Auf der Karte sah das Schneeschuhgebiet sehr schön aus – mitten drin im Wald lagen zwei Seen, die Mirco und ich gerne sehen wollten. So haben wir uns rasch ein Ticket besorgt und wollten uns dann in unseren Bergschuhen auf den Weg machen. Doch…nix da! „Only with Snowshoes.“ Klar. Und die müsste man sich auch noch ausleihen. Mirco und ich sahen uns an und uns war beiden klar – wir zahlen beide nicht knapp 18 $ nur um durch ein schneebedecktes Waldgebiet wandern zu können! Zum Glück konnten wir die Karten bei der sehr netten und [hier könnt ihr einfügen was ihr denkt was hier stehen könnte ;)] Bedienung abgeben. Und heya! Es gibt genau einen Pfad den man auch gehen kann ohne zahlen zu müssen! Und dieser Pfad führt genau auf die Hollyburn Peak, den Gipfel neben Cypress. Und nun begann der Teil des Tages der uns förmlich den Atem raubte. In vielerlei Hinsicht. ;)

Mit großer Zufriedenheit habe ich festgestellt das sich meine Bergschuhe – deren Erwerb ja sehr lange gedauert hat und voller Hindernisse war – auch im tiefen Schnee bewährt haben. Der Weg hinauf war herrlich. Schnee! Endlich Schnee! Nein das kam nicht richtig rüber. SCHNEE!! ENDLICH SCHNEE!!! :D Natürlich konnte ich es nicht lassen ein paar Mal neben dem Weg zu gehen – und versank meistens prompt mit einem Fuß sehr tief im Weiß. Zur fortwährenden Belustigung meines Gefährten. :) Wir beide hatten auf dem Weg nach oben echt viel Spaß. Die einzigen waren wir nicht – den meisten Leute denen wir begegnet sind sah man an das sie aus der Gegend sind. Und nahezu alle hatten Schneeschuhe. Ich gebe zu an der ein oder anderen Stelle weiter oben am Berg wären diese praktisch gewesen, es ging aber auch ohne. Mit unseren Kameras sahen Mirco und ich wohl noch am ehesten wie Touristen aus.

Nach etwa zwei Stunden sind wir dann auf dem Hollyburn Peak angekommen…und es war unglaublich! Die Aussicht auf die Berge ringsherum und das Meer aus Nebel unter uns. Die Wolkenkratzer von Downtown ragten in der Ferne aus dem Nebel heraus und erschienen irgendwie unwirklich. Nie zuvor habe ich so etwas gesehen! Es ist wie wenn man auf einer Insel steht, die mitten hoch oben in den Wolken schwebt!!! Ein nettes kanadisches Paar hat uns die Berge der Umgebung (unter anderem die Lion Mountains) erklärt. Mittelgroße Vögel fraßen einer Kanadierin aus der Hand. Raben krächzten laut und machten uns klar, dass wir hier zwar noch in menschlichem Territorium sind, aber auch nur so halb…

Natürlich waren Mirco und ich nahezu die letzten auf dem Gipfel und dem Berg. Solange die Sonne schien war es so warm, dass wir im T-Shirt rumlaufen konnten. Im T-Shirt im Schnee – einfach geil! Unten in Vancouver Downtown ist es um ein vielfaches kälter gewesen. ;)Als die Sonne sich niedersenkte haben auch wir uns dann auf den Rückmarsch gemacht; nicht ohne ein paar Photos zu machen. Ich bin die Hälfte des Berges runtergerutscht. :D Great Fun! Zum einen auf meiner gefütterten Hose und zum anderen auf einem Müllsack, den mir eine Kanadierin beim runtergehen angeboten hat! Kanadier….so zuvorkommend….! Und wie sie so schön sagte: „There’s nothing better than a simple garbage bag!“ Da wir nicht lange auf den Bus warten wollten haben Mirco und ich uns zu einem außergewöhnlichen Schritt entschlossen……für uns jedenfalls außergewöhnlich. HitchHiking! Das war für uns beide mehr oder minder das erste Mal und tatsächlich hielt nach kurzer Zeit ein Auto um uns mit nach Vancouver zu nehmen. Die Fahrt war sehr schön – der freundliche Fahrer ist früher selber oft per Anhalter gefahren und hat uns daher mitgenommen. :D Auf dem Weg haben wir uns viel mit ihm unterhalten und er hat uns von seinen Reisen erzählt.

Da waren wir also! Nach einem wundervollen Tag zurück in Vancouver. Selbigen haben wir mit einem sehr leckeren Döner abgeschlossen. Geht es noch besser? Also an alle die eventuell noch nach Vancouver kennen (ich kenn da so einen ;)). Geht nach Cypress Mountain!!!

Und achja, seit ich dort oben war weiss ich auch, dass man Kinder mit Karabinern super herumschleppen kann. ;)

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Noch eine Sache den Blog an sich betreffend: Bitte schaut genau nach das ihr den Text kommentiert, nicht eines der Bilder! Sonst muss ich die von den Bildern zu dem Bericht umsetzen was recht umständlich ist. Keine Ahnung wo ich das umstellen kann, vielleicht gibt es beim freien WordPress dafür…

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…womit fange ich nur an? Es gibt so viel zu erzählen…

Drei Punkte umschreiben wohl am besten was ich empfand als ich in Vancouver aus dem Flugzeug stieg: Erstaunen. Pures Erstaunen. Mein Herz machte Purzelbäume. An diesem Tag habe ich mit Frankfurt mit Sicherheit einen der hässlichsten und unübersichtlichsten Flughäfen auf der Welt gesehehen – und mit dem Vancouver International Airport das genaue Gegenteil. Auf den Gängen war bis auf die stilvollen kanadischen Polizisten und Polizistinnen (später mehr dazu) niemand zu sehen. Eine angenehme Stille und Leere herrschte hier vor. Der Flughafen machte einem sofort klar wo man sich befand: In Kanada, eines jener Länder auf der Welt, das auf seine Umwelt sehr achtet. Die Schilder sind in dunklem Grün gehalten, die Schrift hebt sich in einem angenehm anzuschauenenden und gut lesbarem Gelb ab. Ja, es ist nur ein Detail. Und trotzdem hat es mich schon überaus beeindruckt. Und welcher Flughafen hat schon einen Wasserfall?

Vancouver International Airport. Nicht nur die Schilder und der überaus schön anzusehenende Wasserfall oder die beeindruckenden (!) indianischen Holzstatuen haben mir förmlich den Atem geraubt. Mit jeder neuen Minute schossen neue Eindrücke auf mich ein und ich habe glaube ich noch nie in so kurzer Zeit so oft in meinem Leben gedacht. „Ganz anders als in Deutschland.“ Die Polizisten tragen hier wie in Österreich coole schwarze Uniformen und sie tun nicht nur cool – sie sind es auch! Das Abzeichen der kanadischen Grenzpolizei schlägt sogar das der Gendarmerie in Austria. ;) Die Leute auf dem Flughafen waren alle sehr freundlich. Der nette Zollbeamte – ebenfalls in stilvoller Uniform – hat mir unkompliziert das Visum ausgestellt.

In Kanada ist alles anders. Alles? Nun gut, nicht alles vielleicht – aber dennoch extrem vieles! Das Land hat mich bisher sehr beeindruckt. Und das aus mehreren Gründen. Noch auf dem Flughafen sind mir einige Dinge aufgefallen, die es in Deutschland nicht gibt. So z.B. die Leute, die einem die Koffer die man sich bei der Ankunft von den Fließbändern abhohlen kann in eine aufrechte Position stellen, sodass man sie gut greifen kann. Oder die „Schülerlotsen“, die unmittelbar bei dem Ausgang des Flughafengebäudes den Verkehr regeln. Alles in allem ist der komplette Vancouver International Airport vermutlich gerade mal so groß wie zwei Landebahnen von Frankfurt. ;)

Bei den Bussen dann die nächste ungewöhnliche Erscheinung: Einer der Busfahrer hatte einen richtigen Turban auf – was sehr stilvoll aussah! Weißes Hemd, schwarzer Turban. Ich habe nachgedacht…in Deutschland habe ich noch nie jemanden einen Turban tragen sehen, geschweige denn in einem öffentlichen Verkehrsmittel. Dank der Hilfe freundlicher Kanadier bin ich schnell zu meinem Bus gekommen und war dann auch kurze Zeit später an meinem vorläufigen Zielort angelangt: Dem HI Hostel Downtown. Auf der Fahrt habe ich mich nett mit einem Kanadier unterhalten. Von diesen spontanen Gesprächen sollten noch vieeeele folgen, was ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht geahnt habe.

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Ich bin also gut in Vancouver BC angekommen. Mittlerweile bin ich seit etwa einer Woche hier. Und_es_ist_großartig! Sofort am ersten Tag habe ich Mirco kennen gelernt, einen coolen Schweizer auf dem Weg zum Yukon Quest, dem mitunter längsten Husky- Rennen in Kanada. Seit meiner Ankunft bin ich viel in Vancouver – vor allem in Downtown – herum gelaufen. Es gibt hier so viel zu sehen und zu erleben das es ich mir sehr gut vorstellen kann, dass man hier öfters hin reisen muss um erst einmal alle touristischen Attraktionen zu erleben. Und dann sind da ja noch die interessanten Dinge fernab des Torusimus. ;)

Natürlich habe ich in meinem Lonley Planet Reiseführer erst einmal nachgeschaut wo die kulinarischen Vorzüge der Stadt liegen. Und es hat sich gelohnt! Mit Mirco habe ich noch am Abend meiner Anreise das Templeton besucht, einen *ähm* ziemlich abgefuckten Laden im 5oer Jahre Stil (zwischen zwei Sex Shops gelegen) mit großzügigen Portionen und einem „snappy“ Service. Hier gibt es hervorragende Burger mit Biofleisch und exzellenten Salat. Eigentlich ist hier alles lecker.^^ Genialer Laden – meine uneingeschränkte Empfehlung!

Ich habe mittlerweile in Vancouver viel gesehen und gehört. Es ist eine tolle Stadt aber nichtsdestotrotz habe ich die falsche Jahreszeit erwischt. Es ist gerade sehr nebelig hier, ein klein wenig regnerisch und irgendwie recht grau – bis des nachts dann tausende von Lichter anspringen und die Stadt aufleuchtet wie ein ganzer Schwarm von Glühwürmchen. Wie gesagt, Vancouver ist sehr schön aber im Frühling oder Sommer soll es noch wesentlich schöner sein. Die Menschen und die Stadt selbst halten gerade so eine Art Winterschlaf (was aber nicht heisst, dass es hier nicht hoch lebendig her geht!).

Aufgrund dessen habe ich beschlossen erst einmal weiter zu reisen und mir an einem anderen Ort mit mehr winterlichem Schnee einen Job zu suchen. Es gibt einige Jobs auf Cypress Mountain in der Nähe von Vancouver, in Whistler ist vielleicht auch etwas frei. Mein Augenmerk liegt derzeit zum einen auf einer Husky Farm im hohen Norden und zum anderen auf das kleine bschauliche Whithorse, ebenfalls im hohen Norden gelegen. Wann genau ich weiter ziehe und wohin es dann geht wird sich bald herausstellen.

Aber jede Stadt hat auch ihre Schattenseiten. Vancouver hat eine große Zahl von Obdachlosen. Es sind wirklich viele und man hört oft irgendein Gemurmel an den Straßenränden. Die Einwohner der Stadt sind sich dem Problem durchaus bewusst und es wird von der Regierung verlangt, dass sich daran bis zu den Olympischen Winterspielen 2o1o etwas ändert. Für die Spiele wird in der Stadt derzeit viel gebaut und zeilweise sind ganze Straßen gesperrt.

Da wo wir in Münster nur zwei Starbucks haben gibt es in Vancouver an nahezu jeder Ecke eines. Wenn man sich umsieht erblickt man immer irgendwo eines der großen grünen runden Schilder. Ich gehe hier ganz gerne zur direkten Konkurrenz, den Blenz Cafés. Als kleiner Tipp für Leute die zufällig auch nach Vancouver wollen – dort gibt es kostenloses schnelles WLAN und köstliche heiße Schokolade. Ich gebe zu, ich habe in dem ein oder anderen Café vielleicht sogar ein bisschen zu viel Zeit verbracht. ;)

Zum Abschluss möchte ich hier noch zwei Dinge ansprechen, die ich an Vancouver wirklich liebe! Das ist zum einen die Offenheit der Menschen. Ich vermute das in Kanada die meisten Menschen diese Offenheit haben. In Cafés und auch sonst kommt es nicht selten vor, dass man spontan angesprochen wird. Und daraus entstehen dann wirklich intensive und interessante Gespräche! Heute habe ich mich z.B. mit einem Einheimischen über Whitehorse und Grizzlybären unterhalten – der Einstieg in das Gespräch war aber mein kleines Netbook welches dem Mann so gut gefallen hat. Einher mit dieser Offenheit geht auch ein ganz anderes Bewusstsein der Menschen. So benutzt man hier beispielsweise keinerlei PIN Nummern um seine Handys zu schützen. Wofür auch?

Der andere Punkt klingt zunächst vielleicht ein bisschen merkwürdig…Straßennamen. Ja ich liebe sie, die Straßennamen! Meine aktuellen Favoriten sind Granville, Burrard, Burnaby und Davie. Ist euch etwas aufgefallen? Ja genau! Ich habe nicht Granville Street o.ä. geschrieben! Die Straßen haben hier so etwas persönliches, sie werden sozusagen personifiziert. „Wo treffen wir uns heute?“ – „An der Ecke Seymour – Robson.“ Herrlich!

So das war ein langer Eintrag. Die nächsten werden denke ich um einiges kürzer. ;) Meine Begeisterung für Kanada und Vancouver ist an der ein oder anderen Stelle vermutlich ein ganz klein wenig durchgedrungen. Mir geht es richtig gut hier! Echt huärä guät do! =)

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